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Mönchengladbach: Ermittlung gegen Footballer

VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 03.06.2009

Mönchengladbach (RPO). Die Bundesagentur für Arbeit überprüft den Mönchengladbacher Footballverein Mavericks. Der Vorwurf lautet: Illegale Beschäftigung zweier amerikanischer Top-Spieler. Die Stadt hatte den beiden ein Visum ausgestellt.

Info

Die Mavericks

Gegründet 1989 als erster und bisher einziger Football-Verein in Mönchengladbach.

Jugend 120 Spieler in verschiedenen Altersklassen

Senioren 51 Spieler

Prominenz Zum Trainerstab gehören ehemalige Bundestrainer der Deutschen Nationalmannschaft. Der Verein will in die Erste Liga aufsteigen.

In der Regionalliga eilen die Footballer der Mönchengladbach Mavericks derzeit von Erfolg zu Erfolg. Der Hockeypark ist stets gut gefüllt, man will in die Bundesliga. Doch nun droht dem Verein Ärger. Der Geschäftsführung flatterte vor zwei Wochen ein Schreiben der Bundesagentur für Arbeit ins Haus. Jemand hat Anzeige gegen die Mavericks (zu deutsch: Stiere) erstattet. Darin geht es um zwei Top-Spieler, denen die Anzeige vorwirft, illegal in Deutschland zu arbeiten.

Antrag bei der Bundesagentur

Wie im American Football nicht unüblich, angelten sich die Mavericks vor der Spielzeit zwei amerikanische Akteure. John McCardle (24) und George Bell (23) sind die Top-Spieler bei den Mavericks. Beide lernten auf amerikanischen Colleges Football, spielten in den USA bereits vor 50 000 Zuschauern und traten im US-Fernsehen auf. Mit einem Visum ausgestattet, reisten beide Spieler nach Deutschland ein. Damit beantragte der Verein beim American Football Verband in NRW (AFV) Spielgenehmigungen für das Duo, die kurze Zeit darauf auch vorlagen. Nun geht die Bundesagentur dem Vorwurf nach, beide Spieler würden nach Profi-Bedingungen entlohnt, ohne dass eine gültige Arbeitserlaubnis vorliege. Die wiederum müsste über die Bundesagentur beantragt werden, da McCardle und Bell keinen europäischen Pass besitzen.

Die Mavericks wandten sich vor Saisonbeginn deshalb an Oberbürgermeister Norbert Bude, dessen Sohn Patrick bei den Mavericks spielt. Als das Visum der beiden nach drei Monaten abgelaufen war, beantragten die Mavericks bei der Stadt ein neues. Die Behörde stellte den beiden neue Aufenthaltsgenehmigungen aus – ein Touristen-Visum.

Mit einem Touristen-Visum jedoch darf ein Amerikaner in Deutschland keiner Arbeit nachgehen. Die Agentur verlangte alle Papiere und mögliche Verträge und prüft derzeit den Vorgang. Unklar war bis gestern, ob die beiden beschäftigt sind bei den Mavericks oder – wie ebenfalls nicht unüblich für US-Talente – als Deutschlandtouristen mit Football-Einlage in Gladbach unterwegs sind. Derzeit warten die Mavericks auf Antwort aus Nürnberg. "Wir haben getan, was alle Teams tun. Und zwar auf korrektem Weg. Warum das ein Problem sein soll, weiß ich nicht", sagt Ralf Klein, der Geschäftsführer der Mavericks.

Die Mavericks sind einer der Hauptnutzer des Hockeyparks. Zu den Heimspielen kamen in der Vergangenheit bis zu 1200 Zuschauer – nach Borussia Mönchengladbach die Sportveranstaltungen mit dem höchsten Zuschauerschnitt in der Stadt. Der Verein will bis zum Jahr 2013 in der ersten Deutschen Football-Liga (GFL) spielen und zu den Top-Teams in Deutschland gehören. Derzeit steht der Klub kurz vor dem Aufstieg in die Zweite Bundesliga.

Quelle: RP

 
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