Mönchengladbach: Erneut Freitagsgebete in Eicken
VON JAN DREBES UND GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 15.09.2010Mönchengladbach (RPO). Der Verein "Einladung zum Paradies" kämpft weiter. In einem Video kündigt Vorstandsmitglied Sven Lau wieder Freitagsgebete auf dem Eickener Markt an. Außerdem soll es Infostände geben – auch von der Bürgerinitiative. Bezirksvertreter Reinhold Schiffers rief zur Besonnenheit auf.
"Denkt nicht, dass ihr es leicht haben werdet. Wir werden niemals aufgeben." Mit diesen Worten kündigt Sven Lau, zweiter Vorsitzender des Vereins "Einladung zum Paradies" (EZP), in einer Videobotschaft weitere Freitagsgebete auf dem Eickener Markt an.
Anhänger der Salafisten wollen so lange öffentlich auf der Straße beten, bis sie wieder in ihre zurzeit versiegelte Moschee dürfen oder ihnen ein anderes Gebetshaus angeboten wird. Im Internet werden bereits Fahrgemeinschaften zum Freitagsgebet, das um 14.15 Uhr beginnen soll, angeboten. "Wir sind diejenigen, die unverwundbar sind. Wir werden alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen", erklärt Sven Lau. In dem Video bezeichnet er sich als Brandmeister Hussein Lau. Tatsächlich arbeitete der 29-Jährige bis 2005 bei der Gladbacher Feuerwehr.
Auseinandersetzungen in der City
Bei der Stadt sind unterdessen auch weitere Infostände des Vereins EZP angemeldet worden: am 25. September auf dem Marienplatz in Rheydt und am 2. Oktober vor dem alten Stadttheater an der Hindenburgstraße.
Für den Platz vor dem Stadttheater hat auch die Bürgerinitiative einen Stand für kommenden Samstag von 11 bis 15 Uhr angemeldet. Als dort am vergangenen Samstag sowohl die Bürgerinitiative als auch Anhänger der Islamschule Infostände aufgebaut hatten, kam es zu Auseinandersetzungen zwischen beiden Parteien. Deswegen kündigte die Stadt an, bei künftigen Anmeldungen verstärkt auf eine größere räumliche Trennung achten zu wollen.
Beim obligatorischen Montagstreffen der Bürgerinitiative auf dem Eickener Marktplatz nahm Sprecher Wilfried Schultz erneut Stellung zu den Vorkommnissen auf dem Platz vor dem Münster vom vergangenen Freitag.
Weil die Bürgerinitiative auf dem Kirchengrundstück gegen die Islamschule protestierte, mussten Polizisten die Demonstranten auf den ursprünglich angemeldeten Platz vor dem Rathaus verweisen. Schultz bezeichnete dieses Vorgehen der Polizei am Montag erneut als unverhältnismäßig und attackierte auch OB Norbert Bude für dessen Zurückhaltung in dem Fall. Bezirksvertreter Reinhold Schiffers wollte diese verbalen Angriffe auf die Polzei und den OB nicht unkommentiert lassen. Er ergriff bei der Veranstaltung das Mikrofon und sagte vor aufgebrachten Zuhörern, es müsse auch einmal erklärt werden, dass die Polizei am Freitag vor dem Münster gar keine andere Wahl gehabt habe, als das Hausrecht der Kirche durchzusetzen.
Außerdem sagte Schiffers auf Anfrage: "Es nervt mich zunehmend, dass die Initiative sich beschwert, nicht mit Politikern sprechen zu dürfen. Ich bin als Verantwortlicher ständig vor Ort, und es gab doch bereits ein Gespräch zwischen Initiative und OB." Ein für morgen geplantes Gespräch zwischen dem NRW-Integrationsminister Guntram Schneider, der Bürgerinitiative, dem Integrationsrat und Reinhold Schiffers wird aus terminlichen Gründen nicht stattfinden können.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







