Mönchengladbach: Erol P. erinnert sich nur an Schuss
VON INGRID KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 06.12.2007Mönchengladbach (RPO). An die Tat habe er nur noch eine nebulöse Erinnerung, beteuerte gestern der 39-jährige Erol P. vor dem Mönchengladbacher Schwurgericht. Dabei geht die Anklage davon aus, dass der Mann am 9. März in Rheydt Ehefrau und Tochter aus nächster Nähe mit Pistolenschüssen tötete.
Für die entsetzten Polizeibeamten glich das Verbrechen einer Hinrichtung. Erol P., angeklagt des Fragen. Bei der Polizei hatte der 39-Jährige, noch zugegeben, auf die Ehefrau und die 18 Jahre alte Tochter geschossen zu haben.
Dagegen gestern die ungerührte Antwort: „Ich weiß nicht mehr, was ich bei der Polizei gesagt habe.“ Er könne sich nur noch an ein Geräusch erinnern. „Das war wohl die Waffe“. Nach dem Rechtsstreit vor dem Rheydter Familiengericht hatte er die Frau, die von ihm getrennt lebte, bis zur Haustür verfolgt. Die 37-jährige Rukiye habe ihm den Kontakt mit den Kindern verweigert: „Von da an weiß ich nichts mehr.“ Die Waffe habe er in Nimwegen von einem Junkie gekauft: „Vor allem sollte sie wie eine echte Pistole aussehen“. Als ihn eine Anwältin fragte, warum er nicht gleich eine Spielzeugpistole gekauft habe, reagierte der Angeklagte wütend. Ob er diese Frage beantworten müsse, beschwerte er sich und ließ dabei erahnen, dass sich hinter der glatten Fassade eine bemerkenswerte Aggressivität verbergen könnte.
Zu dem weiteren Vorwurf des Staatsanwalts, eine Schwester seiner Frau vergewaltigt zu haben, hatte der Mann nur eine Antwort: „Nein, wir hatten ein Verhältnis.“ Es sei keine Liebe gewesen, nur Sex. Geliebt habe er allein seine Frau. Dieser Vorwurf sei doch nur Komplott gegen ihn. So erinnerten sich gestern zwei Brüder des Angeklagten in ihrer Zeugenaussage daran, dass der Verwandte auch von Mitgliedern der anderen Familie mit dem Tode bedroht worden sei. Offenbar sieht sich der Angeklagte ebenfalls als Opfer.
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