Mönchengladbach: Esprit bringt 520 Arbeitsplätze
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 19.02.2010 - 17:46Mönchengladbach (RPO). In Güdderath wird der Modekonzern Esprit künftig sein Großlager für ganz Europa haben. Dazu wird im Regiopark eine 180 mal 180 Meter große Halle gebaut. Esprit will später noch größer bauen - und hat sich die Fläche reserviert.
Für die Stadt ist es ein ganz großer Coup, die größte Ansiedlung eines Wirtschaftsunternehmens der letzten Jahrzehnte. Wenn Esprit künftig sämtliche Kleidung, die das Unternehmen in Europa verkauft, zunächst nach Mönchengladbach liefern lässt, um sie von hier aus in 40 Länder zu verteilen, profitiert die Stadt davon gleich mehrfach: Es entstehen bis Ende 2012 rund 520 Arbeitsplätze, davon rund 50 für Auszubildende.
Die Stadt nimmt in nicht unerheblichem Maße Gewerbesteuer ein. Und sie hat einen Wechsel auf die Zukunft. Denn plötzlich gilt Mönchengladbach als einer der großen Logistikstandorte in NRW. „Ich bin absolut sicher, dass sich jetzt weitere Logistikunternehmen für Mönchengladbach entscheiden werden”, sagte gestern bei einer Pressekonferenz Heinz Gräber, Generalbevollmächtigter der Fiege Stiftung, die das neue Esprit-Center als Dienstleister betreibt.
Nähe zum Rhein
Den Ausschlag für Mönchengladbach gab kurioserweise neben der perfekten Autobahnanbindung die relative Nähe zum Rhein. Denn ein guter Teil der Waren, die überwiegend in Asien produziert werden, kommt per Schiff in Rotterdam an. Acht Städte kämpften am Ende um den Esprit-Zuschlag. Mönchengladbach hatte das passende Gelände im Angebot.
Denn Fiege und Esprit suchten nicht nur nach jenen 76 000 Quadratmetern, die sie jetzt gekauft haben und ab sofort bebauen. Sie wollten eine Option auf weitere 160 000 Quadratmeter. „Wir gehen fest davon aus, in Europa weiter zu wachsen”, sagte gestern Ernst-Peter Vogel, Geschäftsführer der Esprit Europe Services GmbH. Darum war der Modekonzern auf der Suche nach einer Fläche, auf der eine bis zu 700 Meter lange Lagerhalle stehen kann. Das ist im bisher verwaisten Regiopark möglich.
65 Millionen Euro investieren Esprit und Fiege. Allein 30 Millionen kostet die aufwändige Lagertechnik. Sie ist auch dafür verantwortlich, dass es noch etwas dauern wird, bis tatsächlich alle 200 Millionen Kleidungsstücke, die Esprit jährlich auf dem europäischen Markt absetzt, in Güdderath sortiert, etikettiert und für die Geschäfte verpackt werden.
Die 180 mal 180 Meter große und 16 Meter hohe Halle mit dem markanten roten Esprit-Schriftzug soll zwar schon im Oktober fertig sein. Doch frühestens im 1. Quartal 2011 ist die Technik installiert. „Die volle Last werden wir erst Ende 2012 erreichen”, so Vogel.
Erst dann werden auch alle Arbeitskräfte benötigt. Rund 120 davon sind hochqualifiziert. Die restlichen 400 sind Lagerarbeiter, die angelernt werden können. Die neuen Arbeitsplätze sind der Hauptgrund, weswegen Oberbürgermeister Norbert Bude von einem „guten Tag für Mönchengladbach” sprach. Und Wirtschaftsförderer Dr. Ulrich Schückhaus, der das Geschäft abgewickelt hatte, bekräftigte, was er schon am Donnerstag in der RP gesagt hatte: „Mönchengladbach ist jetzt ein etablierter Logistik-Standort. Der Regiopark wird bald voll sein.”
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