Mönchengladbach: Etappensieg für Wester
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 15.05.2008Mönchengladbach (RPO). Beide wollen für die SPD in den Bundestag. In einer Probeabstimmung im Ortsverein Stadtmitte hat Hildegard Wester Hermann-Josef Krichel-Mäurer 20:10 geschlagen. Sie wertet das als Signal, er bleibt völlig gelassen.
Den Vergleich zu Hillary Clinton und Barack Obama im amerikanischen Vorwahlkampf scheut Hildegard Wester nicht. „Es ist eine spannende Sache, natürlich nicht so hoch gehängt wie in den USA, aber innerparteilich sicher ähnlich brisant.“ Die Rheydterin, die bereits zweimal im als Abgeordnete im Deutschen Bundestag saß, ist eine der beiden SPD-Kandidaten im Kampf um einen Platz im Bundesparlament. Der andere ist Hermann-Josef Krichel-Mäurer. Der Bezirksvorsteher im Stadtbezirk Volksgarten und SPD-Unterbezirksvorsitzende sieht das ganz anders: „Wir erleben ein normales demokratisches Verfahren. Auf der Wahlkreiskonferenz im August werden die Delegierten entscheiden, wer von uns beiden ins Rennen geht.“ Und mit einem Seitenhieb auf die aktuellen CDU-Querelen in Rheydt fügt er an: „Wir machen nicht den Uhler. So etwas kommt bei uns nicht vor.“
Gleichwohl ist aus informierten Parteikreisen zu erfahren, dass es durchaus große Aufregung um die beiden Kandidaten gibt. Zumal in einer Probeabstimmung im größten von zehn Ortsvereinen der SPD, in der Stadtmitte, Hildegard Wester 20, Krichel-Mäurer lediglich zehn Stimmen von den Mitgliedern bekam. „Da gibt es über lange Jahre enge Verbindungen zwischen Hildegard Wester und den Mitgliedern in der Innenstadt“, sagt Hermann-Josef Krichel-Mäurer. Deshalb habe ihn das Ergebnis nicht vom Hocker gehauen.
SPD-Fraktionschef Lothar Beine sieht das Ergebnis in Stadtmitte gelassen: „Diese Abstimmung ist überhaupt nicht relevant. Im Grunde ist es sogar hirnrissig, in den Ortsvereinen eine Vorentscheidung treffen zu wollen. Das ist keineswegs üblich.“ Dessen ungeachtet verbucht Hildegard Wester das Abstimmungsergebnis als klaren Etappensieg: „Wenn ich nicht gewinnen wollte, würde ich nicht für den Bundestag kandidieren.“ Die 58-Jährige rechnet sich durchaus Chancen aus: „Wenn es um sozialpolitische Themen geht, kann ich Krichel-Mäurer leicht in die Tasche stecken.“ Den direkten Vergleich scheut Krichel-Mäurer nicht: „Wenn ich gefragt werde, sage ich deutlich, wofür ich mich zugunsten der Menschen in dieser Stadt einsetzen würde.“
Beide wollen vermeiden, dass die Partei durch die Kampfabstimmung Schaden nimmt. Immerhin sei sei es völlig normal, dass sich zwei Kandidaten auf einen Posten bewerben. Und daran lassen sie keinen Zweifel: „Wir reden nach wie vor ganz freundschaftlich miteinander.“
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