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Mönchengladbach: Fans verärgert über Bus-Parkplätze

VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 09.03.2009

Mönchengladbach (RPO). Der Parkplatz 4b am Borussia-Stadion ist eigentlich nur für Reisebusse mit Gladbach-Fans reserviert. Trotzdem stoppen dort immer wieder Fahrzeuge mit Anhängern der auswärtigen Mannschaft, weil deren Stellfläche zu klein ist. Borussia-Fans sehen darin ein erhöhtes Konflikt-Potenzial.

Es geht auch friedlich: Fans von Borussia und des Hamburger SV gemeinsam auf dem Busparkplatz 4b.  Foto: RPO
Es geht auch friedlich: Fans von Borussia und des Hamburger SV gemeinsam auf dem Busparkplatz 4b. Foto: RPO

Es gibt ein Bild, das Christian Jakobi nicht mehr los wird. "Tätowierte Adler", sagt der 36-Jährige, macht eine kurze Pause und wiederholt mit entgeistertem Blick. "Tätowierte Adler." Diese Gruppe Fußball-Fans von Eintracht Frankfurt würde nicht nur so heißen. "Sie haben sich auch einen Adler auf den Kopf tätowiert." Und parkten bei Borussias Heimspiel vor vier Monaten gleich neben Jakobi und dessen Gladbach-Fanclub "Aasee Mönche", der zu jedem Spiel mit einem Bus aus Münster kommt.

Wohlbemerkt: Beide Busse parkten auf Bus-Parkplatz 4b. Da, wo überwiegend Busse mit Gladbach-Fans halten. "Irgendwie sind hier aber auch immer Busse mit Fans der Gegner", sagt der 36-Jährige. Das ist den Anhängern ein Dorn im Auge.

Info

Die Parkplätze

Die Gesamtfläche 240 000 Quadratmeter stehen zur Verfügung.

Der Betreiber Die Parkplatz-Gesellschaft (PPG) Nordpark, die gemeinsam von der EWMG und Borussia betrieben wird.

Die Preise Busse zahlen 20 Euro pro Fahrzeug, Pkw zahlen auf allen Stellplätzen fünf Euro.

Denn eigentlich sollten die Reisebusse, in denen bis zu 70 Gäste-Fans Richtung Nordpark kutschiert werden, auf einem Extra-Parkplatz stoppen. Busshuttle Süd-Ost heißt der, ist hinter der Gäste-Kurve des Stadions und in einem abgezäunten Bereich.

Das Problem: "Wir haben dort Platz für bis zu 18 Reisebusse", sagt Bernhard Nießen, Borussias Leiter für den Stadionbetrieb sowie einer der beiden Geschäftsführer der Parkplatz-Gesellschaft. Will heißen: Kommen mehr als 18 Busse mit Fans der Gast-Mannschaft, müssen die auf den Parkplatz, wo größtenteils Gladbach-Fans stehen. Das war nicht nur gegen Frankfurt der Fall, sondern auch gegen den HSV.

"Wenn hier irgendeiner wegen einer Niederlage austickt, haben wir ein Problem", sagt Ilona Kremin von den Aasee Mönchen. Gerade bei Spielen gegen Frankfurt, Borussia Dortmund, den FC Schalke 04 (beide kommen diese Saison noch in den Borussia-Park) oder bei den Derbys gegen den 1. FC Köln und Alemannia Aachen würde sie schnell in den Bus flüchten.

"Da ist man wenigstens in Sicherheit." Immerhin: Gegen den Hamburger SV blieb es vor und nach dem Spiel ruhig. Wohl auch, weil die Fans aus Neumünster, Stade und Rendsburg lange genug Zeit hatten, sich mit der Niederlage abzufinden.

Dass es zwischen unterschiedlichen Fan-Gruppierungen immer wieder zu kleineren Auseinandersetzungen kommt, kann "immer und überall passieren", sagt Karl-Heinz Opdensteinen, Einsatzleiter Fußball am vergangenen Spieltag. "Wir versuchen, die uns durch die szenekundigen Beamten bekannten Problem-Fans immer zum Gästebereich zu lotsen", sagt er. "Wir wissen, wer die so genannten Problem-Fans sind", versucht auch Nießen zu beruhigen.

Das gelingt nur bedingt. Gerade die "normalen" und wenig gewaltbereiten Zuschauer wundern sich über die Fan-Mischung auf dem Parkplatz. "Etwas seltsam finde ich das schon", sagt HSV-Fan Marco Schlieten, der mit einem Fan-Bus aus Nord-Deutschland angereist ist. "Aber es sieht ja so aus, als seien hier nur brave Fans." Doch wie lange die brav bleiben, weiß kaum einer abzuwägen. "Aus unserer Sicht wäre es wünschenswert, wenn es einen ausreichend großen Parkplatz im Süd-Ost-Bereich geben würde", sagt Opdensteinen.

"Je mehr man die Fans trennt, desto weniger Probleme gibt es." Zumal die Gäste-Fans, die auf P4b halten, an der Nordkurve vorbei zu ihrem Block müssen und umgekehrt die Gladbach-Fans, die sich im Fan-Haus treffen, am Gästebereich vorbei zur Nordkurve marschieren. "Frotzeleien, die zu Provokationen führen können, bleiben nicht aus", sagt Jakobi. Aus dem einstigen Plan, den Messe-Parkplatz für Gäste-Fans freizuhalten, wird auch nichts. Denn da steht das Fan-Haus, dessen Ausbau die Polizei schon vor Jahren zähneknirschend hingenommen hat.

Quelle: RP

 
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