1965: FCer Heisters stolz auf Aufstieg von Borussia
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 20.07.20091965 (RPO). Wolfgang Heisters war 29, als Borussia der Aufstieg in die Fußball-Bundesliga gelang – und er sich sogar darüber freute. Dabei war er "von Geburt an" (Heisters) Mitglied beim 1. FC Mönchengladbach. Dem Verein, der den besten Fußballern der Stadt eine Zeit lang das Wasser reichen konnte.
Doch auch diese Zeiten waren 1965 schon vorbei. "Die Rivalität der Klubs rührt aus den Vorkriegs- sowie den Fünfziger Jahren, als beide Vereine gleich stark waren", erinnert sich Heisters an die Zeit, als er selber noch Jugendspieler beim 1. FC war. Aufgrund seines arbeitsbedingten Wechsels zu Beginn der Sechziger Jahre war er im Frankenland angestellt und hütete das Tor der Spielvereinigung Erlangen in der zweithöchsten Amateurklasse.
"Als meine Familie und ich die Nachricht bekamen, dass Borussia aufgestiegen ist, haben wir uns riesig gefreut", erinnert sich Heisters. Zum einen, weil es eine Mannschaft seiner Heimatstadt geschafft hatte, zu den besten 18 Teams in Deutschland zu gehören. Zum anderen, weil drei ehemalige FCer nicht ganz unbeteiligt am Erfolg in den Aufstiegsspielen gegen den SSV Reutlingen, Holstein Kiel und Wormatia Worms waren. "Günter Netzer ging erst mit 18 Jahren zu Borussia, Werner Waddey sogar erst mit 19", sagt Heisters. Auch Albert Jansen, schon fünf Jahre zuvor Pokalsieger mit Borussia, hatte eine Vergangenheit im Westend. "Das habe ich natürlich jedem erzählt."
Aufgrund der Spielweise des damals noch nicht abgedroschenen, sondern aktuellen Begriffs der "Fohlenelf" sammelte Borussia viele Sympathien für Mönchengladbach. "Diese genossen wir natürlich auch. Und wir freuten uns für unsere Freunde, die zum Bökelberg wechselten und erfolgreich waren."
Selbst während seiner Zeit in Erlangen hat Heisters den Kontakt in die Heimat nicht abreißen lassen. "Wir haben oft mit ehemaligen Mannschaftskameraden telefoniert oder sie besucht, wenn wir geschäftlich ins Rheinland mussten." Dass auch Bayern München, in Süddeutschland quasi in der Nähe seines temporären Wohnsitzes, im gleichen Jahr aufgestiegen ist, hat Wolfgang Heisters kaum mitbekommen.
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