Mönchengladbach: FDP zu Bädern: Wischi-Waschi
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 03.12.2008Mönchengladbach (RPO). Die Bezirksregierung legt der Stadt die Daumenschrauben an. Bevor die Düsseldorfer Finanz-Aufsichtsbehörde überhaupt ansatzweise über die Sanierung des Rheydter Stadtbades (Pahlkebad) nachdenken will, soll die Stadt entscheiden, welche kleinen Bäder sie wann schließen will. Dazu hat der zuständige städtische Dezernent Dr. Gert Fischer ein Konzept vorgelegt. Und das stößt bei der FDP auf große Kritik. „Das ist Wischi-Waschi und uns nicht konkret genug“, sagt der liberale Fraktionsvorsitzende Dr. Anno Jansen-Winkeln. Er kündigte Beratungsbedarf an und will darüber mit dem Kooperationspartner CDU reden. Ein vorläufiges Ergebnis: Das städtische Bäderkonzept wurde gestern im Sportausschuss nicht weiter diskutiert und soll erst im Hauptausschuss Thema werden.
Wird Giesenkirchen geschlossen?
Dann wird auf Wunsch der FDP vermutlich über ein Mini-Hallenbad gesprochen, das bislang im Gegensatz zu Odenkirchen, Morr und Hardt nicht so im Blickfeld war: das Giesenkirchener Hallenbad. „Auch darüber müssen wir sprechen. Das Giesenkirchener Hallenbad zählte bereits im Bäderkonzept aus dem Jahr 2006 zu den kleinen Bädern, deren Existenz bedroht war. Und auch im Rödl-Gutachten wird es genannt“, sagt Jansen-Winkeln. Er lässt keinen Zweifel daran, dass die Liberalen verbindliche Beschlüsse erwarten: „Die Bezirksregierung soll klar wissen, wo es lang geht und wie viel Geld wir einsparen wollen. Nur so können wir die Sanierung des Pahlkebades durchsetzen.“
In der CDU formiert sich der Widerstand. Giesenkirchens Bezirksvorsteher Frank Boss wird ebenso für das Stadtteilbad kämpfen wie seine Odenkirchener Kollegin Renate Zimmermanns. Beide haben sich in der Vergangenheit kräftig ins Zeuge gelegt, um „ihre“ Bäder zu erhalten. Die Giesenkirchener mussten zudem den Verlust ihres Freibades verschmerzen. In Fischers Bäderkonzept ist von einer Schließung der Mini-Bäder Odenkirchen (133 Quadratmeter), Hardt und Morr (jeweils 106) erst ab 2013 die Rede. Das Giesenkirchener Hallenbad (133) steht wie Rheindahlen, Vitusbad und das Schlossbad in Wickrath bei ihm gar nicht zur Disposition.
Fischer begründet seine Vorschläge, die kleinen Bäder frühestens 2013 zu schließen damit, dass sie bis dahin dringend für das Schulschwimmen gebraucht werden. Denn: Die Sanierung des Pahlkebades wird nicht vor 2010 beendet sein. Und das Rheindahlener Hallenbad ist 2011 und 2012 zu, weil es auf Vordermann gebracht wird. Ob dieses Modell die Bezirksregierung überzeugt, daran zweifelt offenbar auch Fischers Kollege, Stadtkämmerer Bernd Kuckels. Um das Pahlkebad zu sanieren, müsse man klare Schnitte machen, verlangte er gestern. KOMMENTAR
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