Mönchengladbach: Festnahme nach sechs Jahren Flucht
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 09.05.2009Mönchengladbach (RPO). Vor mehr als sechs Jahren floh er aus dem Gefängnis und tauchte unter. Alle Fahndungsversuchte blieben erfolglos – bis gestern. Am Morgen schnappte die Polizei den wegen mehr als 100 Straftaten verurteilten, heute 33-jährigen Mann in Waldhausen. Der Gesuchte hielt sich in der Wohnung seiner Frau und seiner Kinder auf.
Im Februar 2000 war die Ermittlungskommission "Taurus" gebildet worden. Die Kriminalpolizei hatte eine Gruppe von 20 Personen ins Visier genommen, die im Verdacht stand, für eine Vielzahl von Einbrüchen in Gaststätten sowie Autoaufbrüchen verantwortlich zu sein.
Die Fahnder konnten der Bande schließlich 169 Straftaten zuordnen. Bei den meisten war der gerade wieder Festgenommene sowie dessen Schwager dabei. Die beiden legten damals umfangreiche Geständnisse ab. Aufgrund dessen wurde der heute 33-Jährige am 28. Februar 2002 vom Landgericht Mönchengladbach zu einer vergleichsweise milden Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt.
Im Juni 2002 meldete sich der aus der Türkei stammende Mann zwar in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld. Doch lange sollte er dort nicht sitzen. Im darauffolgenden Januar flüchtete er und tauchte unter. Weil der Mann nicht zu finden war, vermutete die Polizei, dass er sich in die Türkei abgesetzt haben könnte.
In den letzten Wochen verdichteten sich vage Hinweise, dass sich der Gesuchte in Belgien aufhalten könnte. Durch verdeckte Maßnahmen konnte tatsächlich ermittelt werden, dass sich der 33-Jährige über einen Anwalt um ein Visum bemühte, um Frau und Kinder in Mönchengladbach zu besuchen.
Gestern erfolgte dann der erfolgreiche Zugriff. Wie die Polizei mitteilte, erkannte der Geflohene bei der Festnahme den damaligen Kommissionsleiter, grüßte ihn freundlich mit Namen und fragte: "Wie geht es dir? Gut? Lange nicht mehr gesehen." Polizeisprecher Willy Theveßen: "Trotz dieses netten Empfanges wurde der 33-Jährige zunächst zum Präsidium und dann ins Gefängnis gebracht."
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