Mönchengladbach: Flughafen: Kampf um 400 Arbeitsplätze
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 22.12.2009 - 18:45Mönchengladbach (RPO). Sind der Stadt Mönchengladbach knapp 400 Arbeitsplätze eine Million Euro pro Jahr wert? Vor dieser Frage könnte die Politik im Sommer stehen. Denn dann werden die Verhandlungen zwischen Düsseldorf und Mönchengladbach um die Zukunft des Flughafens an der Niersbrücke in die entscheidende Phase gehen.
Zwar lässt sich das aktuelle Defizit von etwa fünf Millionen Euro wahrscheinlich um gut eine Million Euro verringern. Doch auch die verbleibende Summe wird die Flughafengesellschaft Düsseldorf nicht mehr alleine tragen wollen. Die Industrie- und Handelskammer ist fest davon überzeugt, dass sich der Kampf für den Flughafen Mönchengladbach weiter lohnt.
Einsparpotenzial am Flughafen gibt es nach Überzeugung von Experten beim Instrumentenflugbetrieb. Der technisch sehr hohe Standard, der den Piloten Start und Landung erleichtert, könnte zurückgefahren werden. Vor allem könnte der Luftraum nur zu bestimmten Zeiten kontrolliert werden. Dann bräuchte man wesentlich weniger Fluglotsen als bisher. Außerdem würden Wartungskosten eingespart. Und auch bei der Flughafenverwaltung ließen sich dann wohl einige der 30 verbliebenen Stellen einsparen.
Doch selbst mit diesen Maßnahmen dürfte sich das Defizit kaum unter vier Millionen Euro drücken lassen. Und die Düsseldorfer Flughafengesellschaft, der 70 Prozent des Flughafens gehören, hat bereits in ersten Stellungnahmen durchblicken lassen, dass sie mit den anderen Gesellschaftern über die Kostenverteilung reden möchte. Argumentieren werden die Düsseldorfer dann so: Wir helfen gerne mit, den Flughafen zu erhalten. Da es der Stadt Mönchengladbach Arbeitsplätze sichert, soll sie sich dann aber auch an den Kosten beteiligen.
Ganz schließen lässt sich der Flughafen so einfach nicht. Denn zum einen hat ein Flughafen Betriebspflicht. Zum anderen haben Unternehmen mit je 100 Mitarbeitern wie die RAS-Werft und die RWL-Flugschule langfristige Verträge - und brauchen für ihr Geschäft ausdrücklich einen Flughafen.
Die Industrie- und Handelskammer glaubt weiter fest an die Zukunft des Mönchengladbacher Flughafens. Hauptgeschäftsführer Dr. Dieter Porschen argumentiert so: „Der Flugverkehr wächst. Die zulässigen Flugbewegungen am Flughafen Düsseldorf sind aber limitiert.”
Was das heißt, erklärt IHK-Vizepräsident Rolf Königs: „Es gibt für Düsseldorf gar keine Alternative zum Flughafen Mönchengladbach.” Mönchengladbach brauche einen Flughafen und Politiker, die sich für ihn einsetzen. „Es geht um viele Arbeitsplätze. Darum müssen die Politiker das Thema nicht nur rein betriebswirtschaftlich, sondern auch volkswirtschaftlich betrachten”, so Königs.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







