Mönchengladbach: Frauen-Union ist 60 Jahre alt
VON GARNET MANECKE - zuletzt aktualisiert: 18.05.2009Mönchengladbach (RPO). Dr. Annelies Müller (81) ist von Anfang an dabei. Im Sommer 1949 organisierten sich die Mönchengladbacher CDU-Frauen. Bildung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind damals wie heute die wichtigsten Themen.
Das Geburtstagsfest
Gratulanten Neben Landtagspräsidentin Regina van Dinther gratulierten auch der Mönchengladbacher Kreisparteivorsitzender Norbert Post, der Bundestagsabgeordneter Dr. Günter Krings, Bürgermeister Michael Schroeren und die Europaparlamentarierin Ruth Hieronymi.
Ständchen Zum Geburtstag spielte die Big Band der Marienschule unter der Leitung von Karl Mobers ein Ständchen.
Das Geld für ihr Studium hat Dr. Annelies Müller bei Jobs in Fabriken verdient. Dass Frauen dort für die gleiche Arbeit weniger Geld in ihre Lohntüte bekamen und dass sie weniger Karrierechancen hatten, hat die junge Studentin geärgert. Für sie war das der entscheidende Grund, in die CDU einzutreten und sich in der Frauen Union zu engagieren. 60 Jahre ist das her. Am Wochenende hat die 81-Jährige auf dem Theatervorplatz mit den anderen CDU-Frauen den 60. Geburtstag der Mönchengladbacher Frauen Union (FU) gefeiert.
Es gibt noch viel zu tun
Viel habe sich in dieser Zeit verändert, betonte Regina van Dinther, Landesvorsitzende der FU in Nordrhein-Westfalen bei ihrer Festrede. In den 50er Jahren seien die Frauen noch für Haushalt und Kinder zuständig gewesen. "Aber wichtige Entscheidungen zur Erziehung traf der Mann", sagte sie. Auch der Zugang zu einer soliden Ausbildung sei für Frauen schwer gewesen. Heute dagegen machten mehr Mädchen als Jungen Abitur, sie hätten die besseren Noten und auch im Studium zeigten sie bessere Leistungen als ihre Kommilitonen.
Eine erfreuliche Entwicklung, findet Annelies Müller. "Als ich 1948 mein Volkswirtschaftsstudium begann, waren wir vier Mädchen im Erstsemester", erzählt sie. Oft habe sie gegen Vorurteile kämpfen müssen. "Es hieß immer: Ein Mädchen heiratet doch sowieso", erzählt die 15-fache Großmutter. Geheiratet hat sie erst im Alter von 30 Jahren. Mit 37 Jahren war sie fünffache Mutter und berufstätig. "Frauen sollten heute unbedingt beides miteinander verbinden", sagt Müller. Ihre beiden Töchter und die drei Schwiegertöchter halten es genauso.
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Ein aktuelles Thema, das die Frauen der Union beschäftigt. Obwohl das Ausbildungsniveau der Frauen noch nie so hoch wie heute war, fehlt etwas Entscheidendes. "Die Beteiligung der Frauen an der Macht ist noch nicht zufriedenstellend", betonte van Dinther in ihrer Rede. Ein Vorbild sei Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Sie ist die mächtigste Frau der Welt und zeigt, dass Frauen es können", meinte van Dinther. "Bildung ist die Eintrittskarte für die Zukunft."
Auch Manuela Luhnen, Mönchengladbacher FU-Vorsitzende, meint, es gebe noch viel zu tun. Sie erinnerte bei ihrer Begrüßung der Gäste, darunter auch Dr. Günter Krings und Norbert Post, an die Anfänge der FU in Mönchengladbach und ihre Erfolge. Aber auf dem Weg zur Gleichberechtigung sind noch viele Steine wegzuräumen. Engagement sei weiter gefragt.
Für Annelies Müller ist das selbstverständlich. Sie ist nach wie vor überzeugt, dass die Frauen es selbst in der Hand haben, ein unabhängiges Leben zu führen.
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