Mönchengladbach: Freche Früchtchen sind im Trend
VON STEPHANIE LICHIUS-ENGELS - zuletzt aktualisiert: 14.01.2010Mönchengladbach (RPO). Auch unerschrockene Seeräuber und die Kultfigur Horst Schlämmer gehen über den Ladentisch wie warme Semmeln. Für Frauen gilt: Stewardess oder Früchtchen – je knapper, desto besser. Die Kostüm-Trends stehen, jetzt kann die Session endlich beginnen.
Als kerniger Pirat ein paar heiße Frauen entern – was im wahren Leben eher ein Traum bleibt, ist in der fünften Jahreszeit gar nicht so abwegig. Augenklappe auf, die Anker lichten, die Segel setzen und mit gehisster Piratenflagge endlich mal rauskommen. Aus sich selbst genauso wie aus den vier Wänden. Feiern, ausgelassen sein, einfach mal ein ganz anderes Leben leben.
Dabei ist der Trend zum Piraten-Kostüm ja schon kein richtiger Trend mehr, sondern eher Dauerbrenner. "Das geht immer, auch in der Damen-Variante", weiß Partydiscount-Chefin Ulrike Reinarz (47). "Für die Damen gilt sowieso das Motto: Sexy, sexy, sexy. Je kürzer, knapper und neckischer, desto besser. Und wider Erwarten gehen diese Kostüme selbst bis zur Größe 46 weg wie warme Semmeln."
Über einen anderen Trend kann sich Reinarz nur wundern: "Rotkäppchen und Schottin laufen seit drei Jahren wie verrückt und keiner weiß genau, warum. Ich vermute, es liegt an den kurzen Röckchen."
Mehr als 450 Verkleidungen stehen im Partydiscount zur Auswahl – vom Hippie-Outfit mit Peace-Zeichen-Kette für 29,99 Euro bis hin zum edlen Bischofsgewand für schlappe 150 Euro gibt es hier alles, was das jecke Herz begehrt. Reinarz: "Ersteres wird vor allem von Jüngeren gekauft, die in die Zeit ihrer Eltern springen wollen.
Die richtig teuren Maskierungen sind dann in Deutschland genäht, halten ewig und werden auch gerne aus dem Theaterbereich gekauft." Dazu natürlich tausende Accessoires von Perücken über Schmuck bis hin zu Schweineöhrchen. "Im Laden ist noch nicht so viel los, aber übers Internet haben wir am letzten Wochenende fast 800 Bestellungen gehabt", erzählt Reinarz. "Ich habe schon alle meine Leute zusammengetrommelt, damit wir diesen Ansturm bewältigt bekommen."
In der Galeria Kaufhof stehen die Früchtchen an vorderster Front. "Erdbeere, Traube oder – ganz neu – die grüne Wasserlilie sind sehr beliebt", weiß Verkäuferin Julia Conrad. 39,99 Euro kosten die Glitzer-Kostümchen, für den Straßenkarneval sind sie aber eher nicht geeignet. "Dafür gibt es jede Menge Ganzkörper-Plüsch-Anzüge wie Kuh, Ente, Marienkäfer, oder Papagei", so Conrads Tipp. Kostenpunkt: 39,99 Euro.
Ganz überraschend kommt auch nochmal Kult-Figur Horst Schlämmer alias Hape Kerkeling um die Ecke. "Der war ratzfatz ausverkauft", erzählt Conrad. Das 24,99 Euro teure Schlämmer-Set besteht aus dem obligatorischen kittelähnlichen Mantel, einer Perücke, einem Schnurrbart und einer Brille. Conrad: "Wir haben's natürlich nachbestellt. Der Andrang ist nämlich wirklich groß."
Und dann gibt's da noch einen Trend, der zwar erst sehr langsam aber doch unaufhaltsam kommt: Die Verkleidung als Michael Jackson. Und wenn es nur der Glitzerhandschuh ist. "Ich vermute, dass man dem sogenannten King of Pop damit nochmal eine Ehre erweisen will", so Reinarz. Wie war nochmal das Motto der Session: "Klamotte maake Lütt"...
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