Mönchengladbach: Frequenzstreit: Theater testet jetzt alte Mikrofone
VON PETRA DIEDERICHS - zuletzt aktualisiert: 07.01.2011Mönchengladbach (RPO). Den Alptraum mag sich im Theater niemand vorstellen: Auf der Bühne spielt sich gerade eine bewegende Szene ab, da kommt aus dem Off eine Stimme, die einem Bekannten ihr ganz persönliches Befinden kundtut.
"So könnte es passieren", sagt Andreas Reichenheim, stellvertretender Technischer Direktor des Theaters. Denn die Bundesnetzagentur hat die Funkfrequenzen versteigert, die nach dem Abschalten des analogen Rundfunks frei geworden sind: Und in diesen Bereich fallen auch die Theater mit ihren drahtlosen Mikrofonanlagen, den so genannten Microports, die in manchen Produktionen die Stimmen der Darsteller unterstützen.
Störungen befürchtet
Die frei gewordenen Frequenzen haben sich Mobilfunkanbieter gesichert. "Wenn sich die Frequenzen überlagern, dann gibt es solche Störungen", erklärt Reichenheim. Eine neue Mikrofonanlage ist teuer – bis zu 300 000 Euro kann sie kosten. "Und das Problem trifft nicht nur die Theater, sondern auch alle Konzertveranstalter, auch Kirchen, Schulen, Kindergärten und Vereine – alle, die mit Mikrofonanlagen arbeiten", erklärt der Theater-Techniker.
Warten auf Bühnenverein
"Wir warten erst einmal ab, was unser übergeordneter Arbeitgeber, der Deutsche Bühnenverein, erreichen kann", sagt Theatersprecherin Saskia Fetten auf Anfrage. Denn der wird möglicherweise gegen den Bund oder die Mobilfunkanbieter klagen. Er fordert Bundesmittel für die betroffenen Theater. "Dieser Ausgleich war ursprünglich auch zugesichert worden", sagt Reichenheim. Auch wenn das Geld nur für Theater bereitgestellt werden sollte, die ihre Anlage vor 2009 angeschafft haben, würde das Gemeinschaftstheater profitieren.
Derweil sinnt die Technische Direktion auf Behelfsmöglichkeiten. Reichenheim: "Wir testen zurzeit in Mönchengladbach den Einsatz einer alten Anlage, so alt, dass sie von diesen Störungen gar nicht betroffen ist." Doch eine Dauerlösung könne das nicht sein.
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