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Mönchengladbach: Friedhofsmord: Tränen nach dem Urteil

VON INGRID KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 28.01.2009

Mönchengladbach (RPO). Als am Dienstag vor dem Mönchengladbacher Landgericht im Friedhofsmord-Prozess die Urteile verkündet wurden, brachen die angeklagten Mädchen in Tränen aus. Die beiden Jungen blieben trotz der hohen Haftstrafen äußerlich gefasst.

Das Gericht verhängte hohe Jugendstrafen. Foto: ddp

Der Haupttäter Manuel P. (16), der am 20. März 2008 auf dem Parkplatz eines Hückelhovener Friedhofs einen Autofahrer erstach, muss für neun Jahre in die Jugendstrafanstalt. Dessen Bruder (15) verurteilte die Jugendkammer zu einer sechseinhalbjährigen Jugendstrafe. Sieben Jahre und sechs Monate Jugendhaft erhielt eine Düsseldorferin (16).

Für eine 15-jährige Hückelhovenerin ordneten die Richter die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an. In ihrem Fall hatte sich die Jugendkammer einem Gutachter angeschlossen, der sie als nahezu schwachsinnig, aber gefährlich bezeichnet hatte.

Bei allen Angeklagten ging das Gericht von "gemeinschaftlichem Mord in Tateinheit mit schwerer räuberischer Erpressung mit Todesfolge" aus. Allein der Haupttäter akzeptierte gestern das Urteil. Nach einem Gespräch mit seinem Verteidiger zeigte er sich entschlossen, die neunjährige Jugendstrafe anzutreten. Die Nummer der Zelle sei ihm bereits bekannt. Der jüngere Bruder will im Jugendgefängnis den Schulabschluss nachholen und eine Ausbildung beginnen, sagte dessen Anwalt.

Allein der 16-Jährige hatte sich im Prozess als Haupttäter zu erkennen gegeben: "Ich habe das Messer mitgebracht." Dagegen hatten die drei Mitangeklagten immer beteuert: "Abziehen wollten wir, ein Auto erpressen, aber niemanden töten." Die Jugendkammer glaubte ihnen nicht. Schließlich hatte der Haupttäter bereits bei der Polizei von einem gemeinsamen Plan gesprochen.

Zusammen waren die vier damals auf dem Friedhofs-Parkplatz aufgetaucht. Die Jugendlichen, die mehrere Heimaufenthalte hinter sich hatten und aus zerrütteten Familien stammen, wollten in Spanien ein neues Leben anfangen. Dafür brauchten sie ein Auto. Rigoros verfolgten sie ihren Plan.

Unter einem Vorwand sprachen sie den 54-jährigen Ewald F. an, als der die Tür seines Wagens öffnete. Der Haupttäter versetzte dem ahnungslosen Opfer den ersten Messerstich. Der Mann gab Autoschlüssel und Handy heraus. Als der 54-Jährige am Boden lag, traf ihn der zweite tödliche Messerstich. Die vier fuhren mit dem Wagen davon. In Paris wurden sie schließlich gefasst.

Quelle: RP

 
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