Mönchengladbach: Frühe Hilfe für junge Mütter
VON THOMAS GRULKE - zuletzt aktualisiert: 06.12.2010Mönchengladbach (RPO). Die Stadt beteiligt sich an einem Pilotprojekt zur frühzeitigen Unterstützung von Müttern und Familien. Das IMO-Institut Hilden als Projektträger sowie die Initiatoren von der Stiftung "Deutsches Forum Kinderzukunft" machten die Stadt zu einem der vier Standorte in NRW.
Das Projekt "KinderZukunft NRW" will Familien mit ungünstigen Lebensbedingungen und gesundheitlichen Risikofaktoren früh Hilfestellungen bieten. Gewährleisten soll dies die enge Kooperation der Geburtenklinik mit Kinder- und Frauenärzten sowie den Jugend- und Gesundheitsämtern.
"Wir verfolgen damit den präventiven Ansatz, werden tätig, bevor etwas passiert", sagt Professor Dr. Wolfgang Kölfen. Der Chefarzt der Kinderklinik am Elisabeth-Krankenhaus war maßgeblich daran beteiligt, dass Mönchengladbach als Standort ausgewählt wurde. Initiiert hat das Projekt der Stiftungs-Vorsitzende Dr. Wilfried Kratzsch, langjähriger Oberarzt in einer Düsseldorfer Klinik: "Ich habe viele Kinder mit Traumatisierungen und Verhaltensstörungen erlebt. Und diese wiederholen sich mit der nächsten Generation. Wir wollen schon in der Geburtsklinik einen vertrauensvollen Zugang zu den Müttern aufbauen."
Bereits mit dem ersten kurzen Gespräch über die Lebenssituation wollen die Mediziner in der Kinderklinik des Eli erkennen, ob die Mutter Hilfe über die Geburt hinaus benötigt. Risikofaktoren sind Armut, jugendliches Alter der Mutter oder psychische Störungen. In solchen Fällen soll die Koordinatorin Andrea Westerweck den Familien eine Hebamme zur Seite stellen.
"Diese kann in der häuslichen Umgebung nicht nur auf die Mutter, sondern auch auf die Versorgung des Kindes ein Auge werfen", sagt Kölfen. Zudem werden – mit Einwilligung der Mütter – die Informationen an den jeweiligen Kinderarzt weitergereicht. Das Jugendamt steht für weitere Hilfen bereit. "Uns ist es vor allem wichtig, bei den Familien die Schwellenängste vor dem Jugendamt weiter abzubauen", sagt Sozialdezernent Dr. Michael Schmitz. Geplant ist, die Familien bis zum dritten Geburtstag des Kindes zu begleiten. Zunächst hat das Land für die vier Standorte nur für das erste Jahr Fördermittel von 260 000 Euro zur Verfügung gestellt. In Gladbach soll das Projekt am 1. März 2011 starten.
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