Mönchengladbach: Fünf Modelle: Jeder durfte Bezirksfürst sein
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 05.12.2007Mönchengladbach (RPO). Wie viele Stadtbezirke soll Gladbach nach der Kommunalwahl 2009 haben? Wer diese Frage den Bezirksvertretern von Rheydt-Mitte vor der gestrigen Sitzung gestellt hatte, bekam vier verschiedene Modelle präsentiert. Mit dem Vorschlag der Stadt waren’s sogar fünf. Nach der Diskussion blieb bei der Abstimmung kein Modell mehr übrig: Alle fielen durchs bezirkliche Meinungssieb.
FWG ganz mutig
Woran lag’s? CDU und FDP wollen vier Stadtbezirke: An das vereinigte Rheydt (Mitte und West) soll noch Odenkirchen angehängt werden. Die SPD plädiert für fünf – in diesem Modell tritt Rheydt als geschlossenes Ganzes auf. Die Grünen wollen dies ebenso, haben sich aber darauf eingestellt, die Stadt in acht Bezirke aufzuteilen. Und die FWG kommt mit dem vielleicht mutigsten Vorschlag, zu Rheydt Stadtmitte und Volksgarten zu schlagen, Rheydt-Mitte aber wiederum Mülfort, Geistenbeck und Geneicken-Bonnenbroich zu nehmen.
Die Vorschläge von Grüne und FWG gingen unter. Die SPD bekam keine Mehrheit zusammen, und auch der Stadt-Vorschlag fiel durchs Raster. CDU und FDP mussten mit ihrem Modell ebenfalls die Segel streichen, weil sie keine Mehrheit in der Bezirksvertretung Rheydt-Mitte haben. Sechs Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen, eine Enthaltung: Damit war ihr Antrag abgelehnt. Auswirkungen hat dies kaum.
Denn über die Zahl der Bezirke stimmt der Rat ab. Und da sprechen die Mehrheitsverhältnisse für das Vorhaben von CDU und FDP – wenn Abweichler nicht den politischen Planern einen Strich durch die Rechnung machen.
Bildeten Rheydt und Odenkirchen einen eigenen Bezirk, hätte es die mehr als einstündige Diskussion um die Verkehrsplanung für die Mülgaustraße nicht gegeben. Denn hier liegt bereits ein einstimmiger Beschluss der Bezirksvertretung Odenkirchen vor: Dieser Stadtbezirk ist Hauptbetroffener und wünscht sich dringend einen Radweg. Rheydt-Mitte hätte gestern fast das Fass wieder neu aufgemacht und damit die Ausbauarbeiten erschwert. Am Ende siegte aber doch die politische Vernunft.
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