Dohr: Für den Bürgerverein wird's eng
VON NADINE FISCHER - zuletzt aktualisiert: 06.02.2010Dohr (RPO). dohr Sorgenfalten bilden sich auf Günter Dorns Stirn. "Für uns wird es langsam sehr eng", sagt er. "Der Bürgerverein braucht dringend neue Mitglieder und Helfer, die im Vorstand mitarbeiten." Denn ein Teil des aktuellen Vorstands sei sehr alt, von den jüngeren Mitgliedern seien einige erkrankt. "Finden wir innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre keine neuen Leute, müssen wir unsere Arbeit stark einschränken", erzählt der Vorsitzende Günter Dorn. Damit könnte ein Großteil der Aktivitäten in Dohr zum Erliegen kommen.
"Der Verein hat sich 1975 aus Protest gegen die geplante Trasse der A 44 gegründet", sagt Dorn. "Nach und nach haben wir noch viele andere Aufgaben übernommen. So setzte sich die Initiative zum Beispiel dafür ein, dass die Dohrer Straße verkehrsberuhigt wurde und gestaltete den Bresges Park mit, der sich auf Dohrer Grund befindet. Den Bürgertreff am Vatertag, ein Weihnachtssingen, das "Ein-Dorf-Fest" im Sommer, meist zeitgleich mit dem "Eine-Stadt-Fest" und einen Seniorennachmittag organisiert der Bürgerverein außerdem jedes Jahr.
Heute zum Seniorennachmittag
Gerade heute treffen sich die älteren Dohrer wieder zum Seniorennachmittag, um 15 Uhr im evangelischen Gemeindehaus Am Torfbend. Wie in den Vorjahren treten dann unter anderem der evangelische Frauensingkreis Dohr und der Männergesangverein Constantia Dohr auf – zwei von insgesamt elf Vereinen im Ort, die Notgemeinschaft nicht mitgerechnet.
Alle zwei Jahre geben die Männer ein eigenes Konzert, immer im Wechsel mit dem Frauensingkreis. Auch beim Weihnachtssingen des Bürgervereins kommen beide Gruppen zum Einsatz. "Der 1870 gegründete Männergesangverein ist der älteste Dohrer Verein", sagt dessen stellvertretender Vorsitzender Hans-Werner Blinten. Der 76-Jährige ist zudem Mitglied des Turnvereins Germania sowie Mitbegründer und ältestes Vorstandsmitglied des Bürgervereins. Der muss sich heute nicht mehr gegen den Bau der A 44 einsetzen, weil diese Pläne vom Tisch sind – stattdessen wehren sich die Mitglieder nun gegen die Landstraße L 19, die irgendwann durch den Dohrer Busch hätte führen können.
Derzeit würden dazu drei Gutachten geprüft, erzählt Günter Dorn. Im vergangenen Jahr hat der Bürgerverein zu seinem Sommerfest im Dohrer Busch Politiker der Stadt eingeladen und mit ihnen über das Projekt diskutiert. Wenn der rund 150 Mitglieder zählende Bürgerverein keine neuen engagierten Vorstandsmitglieder findet, wird es solche Aktionen wohl zukünftig nicht mehr geben.
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