Mönchengladbach: Fußball-Stau: Jetzt passiert was
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 17.10.2008Mönchengladbach (RPO). Die Aachener Straße wurde zum Parkplatz, ein Busfahrer wurde von genervten Fans attackiert und musste in die Klinik. Damit sich das Länderspiel-Chaos nicht wiederholt, sollen jetzt die Parkplätze besser ausgeschildert werden.
Am Tag danach gab es viele Besprechungen und wurde reichlich telefoniert zwischen den Verantwortlichen von Stadt, Polizei und Borussia. Das Resümee der chaotischen An- und Abfahrt in den Borussia-Park vor und nach dem Länderspiel war schnell gezogen: „Das passt uns gar nicht. Da muss was passieren“, sagt Polizeisprecher Peter Spiertz.
Die Liste der Mängel ist lang und deprimierend. Die Aachener Straße wurde zeitweilig zum Großraum-Parkplatz. Viele Ortsunkundige hatten sich auf ihr Navigationsgerät verlassen. Das leitete sie über die Ausfahrt Holt auf die Aachener Straße. Nur: Die von dort erreichbaren Parkplätze P 1, P 2 und P 3 waren Besuchern mit Sonderausweisen vorbehalten. Wer keinen hatte, wurde von den Ordnern zurück auf die Autobahn geschickt, um von der Abfahrt Nordpark die Parkplätze P 4 bis P 7 anzusteuern.
Busfahrer verprügelt
Doch auch die Nutzer Öffentlicher Verkehrsmittel mussten warten. Die Busse brauchten vom Gladbacher Hauptbahnhof zum Stadion zeitweilig über eine Stunde. Die Passagiere eines Busses verlangten lautstark vom Fahrer, er solle sie sofort aussteigen lassen. Als der dieses aus Sicherheitsgründen verweigerte, wurden drei Fans handgreiflich. Der Fahrer musste mit einem gebrochenen Finger ins Krankenhaus gebracht werden.
Wer nach dem Spiel mit dem Bus in die Stadt fuhr, musste feststellen, dass er dort keinen Anschluss mehr in die Außenbezirke hatte. Taxis waren zu diesem Zeitpunkt auch keine zu bekommen. Sie waren alle am Stadion unterwegs. Wobei der dortige Taxistand am Finanzamt weder ausgeschildert war noch die Ordner den Weg dorthin weisen konnten.
„Für die auswärtigen Gäste brauchen wir eine bessere Ausschilderung schon auf der Autobahn, so wie es sie in anderen Städten auch gibt“, sagt Borussia-Geschäftsführer Stephan Schippers. Den Antrag darauf will die Stadt schon heute an das zuständige Autobahnamt Krefeld schicken. Drei zusätzliche Schilder sollen an der A 61 aufgestellt werden, berichtet Verkehrsplaner Martin Scheel.
Wenn die Genehmigung aus Krefeld vorliege, dauere es maximal vier Wochen, bis die Schilder aufgestellt werden könnten. Sie sind verdeckt und werden nur bei Großereignissen im Stadion aufgeklappt. Die Kosten von rund 30 000 Euro soll die Parkplatzgesellschaft, an der Borussia und die Entwicklungsgesellschaft beteiligt sind, tragen.
Die Polizei hat eine weitere Idee. „Vielleicht kann man auf den Tickets abdrucken, für welchen Parkplatz man welche Adresse ins Navigationsgerät eingeben muss“, so Sprecher Peter Spiertz. Über weitere Maßnahmen wird der Arbeitskreis Verkehr Nordpark kommende Woche beraten.
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