Mönchengladbach: Gänse sollen abgeschossen werden
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 17.06.2010 - 18:05Mönchengladbach (RPO). Die Kanadagänse, die sich im Schlosspark Wickrath und am Kreuzweiher in Odenkirchen niedergelassen haben, werden zur Plage. Ihr Dreck macht einen Wasserspielplatz zur Gefahrenquelle. Jetzt sollen die Tiere von Jägern erlegt werden. Das geht aber nicht in der Nähe von Wohngebieten.
Als vor Jahren die ersten Kanadagänse auf ihrem Zug gen Süden in Mönchengladbach Station machten, war die Begeisterung groß. Doch nach und nach fanden die rund einen Meter langen Vögel all das, was sie zum Leben brauchen, in Mönchengladbach. Seither ziehen sie nicht mehr weiter, brüten hier und sind von bestaunten Exoten zu unliebsamen Plagegeistern geworden. Da am Wickrather Schloss und am Odenkirchener Kreuzweiher inzwischen die Gesundheit der Anwohner gefährdet scheint, sollen nun ab Mitte Juli Jäger das Problem lösen.
Ordnungsdezernent Peter Holzenleuchter schilderte im Umweltausschuss das Ausmaß der Plage. Die großen Tiere finden auf den nahe gelegenen Feldern reichlich Nahrung, die sie dann an ihren bevorzugten Aufenthaltsplätzen wieder ausscheiden. „In Wickrath waren es solche Kotmengen, dass wir das Wasser des Wasserspielplatzes einmal komplett austauschen mussten“, so Holzenleuchter. Ob der Spielplatz aus hygienischen Gründen dauerhaft weiter betrieben werden könne, sei noch ungewiss.
Auch im Spielsand finden sich Ausscheidungen, die für Kinder gefährlich werden können. Und auch die heimischen Enten bekommen langsam Probleme. Sie werden nämlich von den gefräßigen Gänsen von den Futterstellen verdrängt. 80 Kanadagänse zählten die städtischen Mitarbeiter im Sommer 2008 am Schloss Wickrath.
Seither sollen es nach Berichten regelmäßiger Besucher noch einmal erheblich mehr geworden sein. Allerdings kann man bisher nicht von einer Überpopulation sprechen, die die Artenvielfalt gefährde, sagt die Verwaltung.
Kanadagänse dürfen seit jeher gejagt werden – aber normalerweise nur zwischen dem 1. November und 15. Januar. Die Stadt hatte bei der Oberen Jagdbehörde beantragt, die Jungtiere unfruchtbar zu machen. Das hat die Behörde zwar abgelehnt. Allerdings hat sie darauf hingewiesen, dass seit dem 1. April neue, viel längere Jagdzeiten für Kanadagänse gelten. Die Vögel dürfen nun vom 16. Juli bis 31. Januar gejagt werden. Diese Neuregelung ist eine Reaktion auf die auch in anderen Städten markant gestiegene Zahl an Kanadagänsen.
Ganz unproblematisch dürfte die Jagd aber nicht werden, wie gleich mehrere Mitglieder des Umweltausschusses feststellten. Denn sowohl in Wickrath als auch in Odenkirchen gibt es nicht nur jede Menge Spaziergänger und spielende Kinder, sondern auch Wohnhäuser in unmittelbarer Nähe. Holzenleuchter berichtete, die Jäger wollten versuchen, die Gänse auf den Äckern und Feldern, auf denen sie sich ernähren, abzuschießen.
Größe Sie sind noch größer als Graugänse. Die Männchen wiegen durchschnittlich 4880 Gramm, Weibchen 4390 Gramm.
Nachwuchs Sie brüten in der Nähe von Wasser. Die Jungen schlüpfen nach 28 bis 30 Tagen.
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