Mönchengladbach: Geistreich gruseln im Schloss
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 10.07.2009Mönchengladbach (RPO). Kinder lieben die Kasematten, Fotografen die Rad schlagenden Pfauen und Geschichtsinteressierte die Ausstellungen. Schloss Rheydt hat viel zu bieten. Kein Wunder, dass im vergangenen Jahr 90.000 Besucher kamen. Und dabei sind die Nordic Walker und Jogger noch gar nicht mit gezählt.
An schönen Tagen ist am Schloss Rheydt schon morgens früh die Hölle los. Dann starten vom Parkplatz Jogger, Nordic-Walking-Gruppen, Herrchen, Frauchen und Hunde, um ihre Runden um die Anlage zu drehen. Nachmittags kommen Spaziergänger hinzu. Rund um das Schloss gibt es schöne, verschieden lange Rundwege und viele Bänke zum Ausruhen. Mit Glück sieht man Rehe und Fischreiher, ganz sicher aber sind die Pfauen vom Schlosshof zu hören. Gut, die Schreie der bunten Vögel können manchmal ganz schön nerven. Dafür sind die Tiere aber erfreulich oft in Balzlaune, also vor allem die Männchen, und schlagen zur Freude von Kindern und Fotografen ihr Rad. Und wahrscheinlich tragen die Pfauen deshalb auch ein kleines Stückchen dazu bei, dass Schloss Rheydt zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Stadt gehört.
Das Zepter des Polenkönigs
Etwa 90 000 Besucher kamen im vergangenen Jahr. Das liegt auch an den Events im und am Schloss wie die Ritterspiele, die Schlossmusik oder der Töpfermarkt – aber auch am Museum. Denn hier gibt es mehr zu sehen als verstaubte Gobelins und olle Ritterrüstungen. Genau wie es bei Fürsten, Adeligen und Patriziern im 15. Jahrhundert gang und gäbe war, hat auch das Schloss eine Kunst- und Wunderkammer. Dort wird von einer kostbaren Dürer-Stichfolge über das Elfenbein-Zepter des Polenkönigs Sigismund bis zu Spielutensilien und wissenschaftlichem Geräten viel Wundersames in und auf so genannten Kabinettschränken präsentiert.
Kinder bestaunen gerne auch das mittelalterliche Klo im Herrenhaus, auf das sie sich nie setzen würden, weil es so ungemütlich aussieht, das aber für die damalige Zeit der pure Luxus war. Und was noch spannender für die kleinen Besucher ist: die Kasematten. Denn in den unterirdischen Verteidigungsanlagen aus dem 16. Jahrhundert spukt es bisweilen. Es kann durchaus passieren, dass plötzlich bis zu zwölf kleine kichernde Gespenster an ahnungslosen Besuchern vorbeihuschen. Eines davon ist übrigens oft ein Geburtstagskind. Denn Eltern buchen zu solchen Anlässen gerne eine der besonderen Kinderführungen im Schloss. Für ängstliche Gemüter gibt es auch Programme ohne Gruseleffekte – eine Schatzsuche zum Beispiel. Und wem das noch zu aufregend sein sollte, der kann zum Geburtstag auch töpfern. Auch das bieten die Museumspädagogen an. Genaueres über die Führungen und Programme findet man im Internet unter www.schlossrheydt.de.
Leckere Pizzas
Wer im Anschluss an den Museumsbesuch eine Stärkung braucht, sollte in das bei Ausflüglern und Familien beliebte Restaurant "Vita", direkt neben dem Schloss, einkehren. Hier gibt es unter anderem wagenradgroße leckere Pizzas mit frischen Zutaten und zu sehr vernünftigen Preisen. An Wochenenden kann es hier vor allem am Abend sehr voll werden. Platzreservierungen sind also sinnvoll.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





