Mönchengladbach: Geld für eine Mogelpackung
VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 18.01.2008Mönchengladbach (RPO). Öko ist in. Wer umweltfreundlich produziert oder fair handelt, poliert auch sein Image auf. Auf diesen Zug will nun die NVV aufspringen. Mit einem neuen, modernen Produkt. Weil echter Öko-Strom im Einkauf aber teurer ist, wird eben die billige Light-Variante gewählt. Statt Strom wird nur das Etikett aus der Windkraftanlage gekauft. So kann Energie aus Atomkraft oder Braunkohle in schöner Verpackung präsentiert werden. Das nennt man Werbetrick. Rechtlich in Ordnung, moralisch aber verwerflich. Was bleibt, sind die Kosten für die Zertifikate. Diese seien nicht an den Kunden weitergegeben worden, betont die NVV. Bezahlt werden müssen sie trotzdem. Hätte die NVV darauf verzichtet und ihren Strom weiter verkauft als das, was er ist, wäre Geld gespart worden. Und der Versorger hätte den Strompreis vielleicht sogar senken können. Außerdem müssen alle Kosten der NVV bezahlt werden – letztendlich auch vom Verbraucher. Selbst wenn die NVV durch die Zertifikate-Kosten einfach weniger Gewinn macht, fällt das auf die Bürger zurück. Denn ein Teil der NVV-Gewinne geht an die Stadt – und die hat jeden Cent nötig.
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