Mönchengladbach: Gesamtschule: Schiffers will Bürgerbegehren
VON KATRIN WANDEL - zuletzt aktualisiert: 23.04.2008Mönchengladbach (RPO). Reinhold Schiffers von der frisch gegründeten „Mönchengladbacher Initiative Gesamtschule“ (MIGS) hat konkrete Vorschläge parat: „Ein Bürgerbegehren, Vor-Ort-Information der Eltern an den Grundschulen, eine engere Zusammenarbeit mit dem Integrationsrat, ein Referenten-Vortrag oder ein Fachdialog mit einer Bildungsplanungsinstitution“, zählt er auf. Es geht um die Realisierung des „an der Nachfrage orientierten Ausbaus der Gesamtschulplätze“, den die SPD in Mönchengladbach fordert.
Einen entsprechenden Antrag zur Erweiterung des Gesamtschulangebots hat die Fraktion im Rat der Stadt eingereicht. Doch Angela Tillmann (SPD) weiß, dass parlamentarische Bemühungen nicht ausreichen, denkt sie an die bestehenden Mehrheitsverhältnisse. „Wir brauchen die Aufmerksamkeit und Unterstützung möglichst vieler unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppierungen“, sagt die Mönchengladbacher Abgeordnete im Landtag. „Dann kann unsere Forderung auch nicht mehr als ideologisch abgetan werden“, stimmt Uli Elsen, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD in Mönchengladbach, ihr zu.
Daher lud die Partei alle Eltern, Schüler, Vereine und Verbände zur Diskussionsrunde in das Gemeindezentrum der evangelischen Friedenskirchengemeinde ein. Überzeugt werden musste dort niemand vom Gesamtschulkonzept. Beispielsweise ist sich Bezirksschülersprecher Felix Heinrichs sicher: „Schüler wollen eine andere Bildungsperspektive“. „Es geht vielmehr darum, auf das Thema aufmerksam zu machen und eine breite öffentliche Debatte anzustoßen“, erklärt Angela Tillmann.
Ruth Wallmeier nickt zustimmend. Die Mutter hätte ihr Kind gerne zur Gesamtschule geschickt. Und damit ist sie nicht allein. Rund 1200 Eltern wollten ihr Kind für das kommende Schuljahr an einer der fünf Gesamtschulen der Stadt anmelden. 565 Mädchen und Jungen mussten abgewiesen werden. Nach den Sommerferien werden sie ihren Ranzen stattdessen für eine Schule des gegliederten Systems packen. Diese Zahlen führen Uli Elsen zu dem Schluss: „Der Elternwille wird in dieser Stadt nicht akzeptiert. Und das muss sich ändern.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







