Mönchengladbach: Gladbach bald WM-Stadt?
VON STEFANIE SANDMEIER - zuletzt aktualisiert: 29.10.2007Mönchengladbach (RPO). Erhält Deutschland morgen in Zürich den Zuschlag für die Frauen-Fußball-WM 2011, hat Mönchengladbach gute Chancen, Austragungsort zu werden. Die Stadt „müsste bis dahin allerdings WM-fein gemacht werden.“
Robert Baues hat den Sekt für morgen schon kalt gestellt. Pünktlich um 14 Uhr will sich der sportliche Sprecher der CDU und Leiter der Sportschule Wedau zusammen mit Vertretern der Sportverbände die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft im Fernsehen anschauen. Und „hoffentlich auf den Sieger Deutschland anstoßen“.
Baues ist sich sicher: Wenn Deutschland den Zuschlag erhält, bedeutet das gleichzeitig auch, dass Mönchengladbach WM-Stadt wird. Die Stadt bringe alles Nötige dafür mit: begeisterungsfähige Fans, ein tolles Stadion und vor allem stetig steigende Mitgliederzahlen in den Vereinen. „Frauen-Fußball besitzt in unserem Land ein hohes Entwicklungspotential. Die Zukunft gehört eindeutig dem Damen- und Mädchen-Fußball“, so Baues weiter. „Auch in Mönchengladbach.“ Die Stadt habe es verdient, 2011 „im Zenit des Welt-Fußballs zustehen“.
Zusätzliche Arbeitsplätze
Mögliche Spielstätten
Augsburg 25 579 Plätze Berlin 74 244 Plätze Bielefeld 28 000 Plätze Bochum 23 000 Plätze Dresden 27 190 Plätze Essen 25 000 Plätze Frankfurt 49 240 Plätze Leverkusen 30 200 Plätze Magdeburg 27 000 Plätze Mönchengladbach 46 297 Plätze Sinsheim 25 641 Plätze Wolfsburg 25 361 Plätze
Gerade vor dem Hintergrund, dass sich ein solches Sportereignis und der dadurch entstehende Imagegewinn auch nachhaltig positiv auf den Wirtschaftsgrad der Stadt auswirken würde. „Mönchengladbach stünde dadurch weltweit im Fokus der Öffentlichkeit“, ist sich Dr. Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft sicher. „Touristen aus der ganzen Welt würden hier herkommen – während der WM und hoffentlich auch noch danach.“ Das erhöhte Touristenaufkommen bringe automatisch einen größeren Bedarf an gastronomischen Betrieben mit sich, die – wenn in den meisten Fällen auch nur temporär – zusätzliche Arbeitsplätze schaffen würden.
Das könnte unter Umständen aber auch bedeuten, so Schückhaus weiter, dass die Stadt investieren müsse. Beispielsweise in die Infrastruktur. Sei es in den Ausbau von öffentlichen Gebäuden oder in die Sanierung maroder Straßen. Diesbezüglich könnte die WM-Stadt Gladbach allerdings auf mögliche Fördermittel vom Land hoffen. So, wie sie auch im Vorfeld der Hockey-WM zugesagt wurden. Im Zuge der steigenden Betten-Nachfrage könnte auch der Vorschlag, „im Nordpark ein Hotel zu bauen, wieder eine besondere Dynamik erhalten“, mutmaßt Schückhaus. Schließlich müsse „die Stadt dann WM-fein gemacht werden“.
Auf die Vertreter aus Politik und Wirtschaft würde also viel Arbeit zukommen. Auch im Hinblick auf die optimale Vermarktung der WM-Stadt. „Wir müssen uns diesbezüglich zwar an strikte Richtlinien des DFB halten, würden aber auch mit eigenen Kampagnen den nötigen WM-Hype erzeugen“, so Peter Schlipköter, Vorsitzender der Marketinggesellschaft. Oberste Priorität soll dabei die Stadt selbst haben. „Die Bürger sollen sich mit dem Ereignis identifizieren können.“
So, wie es Weltmeisterin Fatmire „Lira“ Bajramaj ist. Die Gladbacherin hat die Bewerbung aktiv mit unterstützt und drückt ihrer Heimatstadt die Daumen. Auch wenn die endgültige Entscheidung, wer Austragungsort wird, voraussichtlich erst Anfang 2008 fällt. Für die 19-Jährige gibt es keinen Zweifel: „Ich bin 2011 dabei. Bei der WM in Mönchengladbach.“ KOMMENTAR
Entscheidung über WM am Dienstag ab 14 Uhr bei rp-online.de
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