Mönchengladbach: Gladbach im Kaufrausch
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 06.04.2009Mönchengladbach (RPO). Geschäfte, Eisdielen, Cafés – viele Läden an der Hindenburgstraße waren beim verkaufsoffenen Sonntag rappelvoll. Die Händler freuten sich über den Ansturm. Viele Kunden deckten sich schon für den Sommer ein.
Die weiteren Sonntage
In Gladbach Drei verkaufsoffene Sonntage hat das Citymanagement noch organisiert: Am 11. Oktober anlässlich des Stadtfestes sowie kurz vor (29. November) und kurz nach (27. Dezember) Weihnachten.
In Rheydt Am 28. Juni (anlässlich des Turmfestes), am 13. September (anlässlich des Blumensonntages), am 8. November sowie am 13. Dezember.
Die Hindenburgstraße – voll. Die Eisdielen – sehr voll. Die Geschäfte – rappelvoll. "Ich kann mich nicht entsinnen, dass an einem Sonntag Menschen vor der Tür darauf gewartet haben, dass wir auf machen", sagt Jürgen Dorsch. Er ist der Leiter der C&A-Filiale auf der Hindenburgstraße. Und mit dem ersten verkaufsoffenen Sonntag des Jahres mehr als zufrieden. "Man merkt, dass die Kunden Lust haben, einkaufen zu gehen." Knapp hundert Menschen waren schon bei Geschäftsöffnung da, mehrere tausend drängten sich später durch das Bekleidungshaus. Ganz Gladbach war gestern im Kaufrausch.
Und das hatte seinen Grund. "Die Menschen kaufen zeitnah", sagt Jürgen Dorsch. Will heißen: Kommen, wie in den vorangegangenen Tagen, die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke, merkt der Kunde, dass er Sommerkleidung braucht. Dass es dann an einem Sonntag so brummt, hat eine weitere Ursache. "Viele Berufstätige nutzen die Gelegenheit, sich mit der Familie gegenseitig einzukleiden, anstatt sich als Einzelkämpfer durch die Geschäfte zu schlagen", sagte Dorsch.
Für Markus und Maren Kolken war das genau der Grund, in die Stadt zu gehen, statt auf dem Sofa zu lümmeln. "Wenn wir schon beide frei haben, dann können wir uns auch gegenseitig beim Einkaufen helfen", sagt das junge Ehepaar.
Zwischen der Musik der niederländischen "Drum & Showfanfaren Doetinchem" und dem Formel-1-Boliden vom ehemaligen Rennfahrer Carlos Reutemann haben die Kolkens mächtig zugeschlagen. Gleich vier Einkaufstüten schleppte er schon am frühen Nachmittag durch die Menschenmasse auf der Hindenburgstraße, die gestern busfrei blieb. "Für meine Frau gab es einen Rock, ein Top und eine Kette, für mich eine kurze Hose und zwei Shirts", gewährten sie einen Blick in ihre Taschen. Außerdem gab es aus dem Elektronik-Fachmarkt Geschenke für Ostern.
Auch Sven Rabanus, Geschäftsführer von Buch Weda, musste einige Bücher in Geschenkpapier wickeln. "Man merkt, dass Ostern vor der Tür steht", sagte er. "Die Leute sind bereit, Geld auszugeben." Noch nicht direkt von der Kauflust profitiert hat Gerd Mommerskamp. Der Inhaber eines Autogeschäfts stellte einige seiner Wagen vor dem alten Stadttheater aus. "Verkauft haben wir zwar keins", sagte er. "Aber wir haben Termine für Probefahrten vereinbart." Allein wegen der Laufkundschaft sei der Sonntag für ihn ein Erfolg. "Hier können wir das Interesse der Menschen für den Kauf eines neuen Wagens wecken." Ob mit oder ohne Abwrackprämie war dabei zweitrangig.
"Mit dem Zusammenspiel zwischen den ansässigen und den Auto-Händlern ist ein Anfang gemacht", sagte Stefan Wimmers, Chef des Citymanagements. Zum ersten Mal gab es eine zentrale Automeile, um den kriselnden Auto-Händler zu helfen. "Zwar spüren wir die Krise noch nicht ganz", sagte Wimmers. "Aber wenn sie kommt, dann müssen wir unsere Kräfte bündeln." Gestern gelang es.
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