Mönchengladbach: Gladbach und die Finanzkrise
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 08.10.2008Mönchengladbach (RPO). Sie bewegen jährlich Milliarden und bleiben dabei ganz gelassen: Die größten Banken in Mönchengladbach betrifft die weltweite Finanzkrise nur indirekt. Sparkasse, Volksbank und Gladbacher Bank investierten in der Region.
In den Zentralen der Mönchengladbacher Banken wurden gestern die Meldungen von den weltweiten Finanzmärkten aufmerksam verfolgt. In Vorstandsetagen wie in Schalterhallen der Geldhäuser ist die Krise Thema Nummer eins. „Sehr viele Kunden fragen danach“, sagt Heinz-Josef Born, Vorstandsmitglied der Gladbacher Bank. Hat die Bankenkrise nun auch Mönchengladbach erreicht? „Nein“, sagen Gladbachs Banker einstimmig. Mönchengladbachs Geldhäuser bleiben – vorerst – gelassen.
Stadtsparkasse Die Sparkasse ist mit einem Geschäftsvolumen von 4,2 Milliarden Euro Branchenprimus in Mönchengladbach. Sie ist Anstalt öffentlichen Rechts, Träger ist die Kommune. Die Einlagen sind ohne Begrenzung durch den Haftungsverbund der Sparkassen gesichert. „Unsere Kunden reagieren sehr besonnen“, sagt Sparkassendirektor Hartmut Wnuck. Kredite bleiben im Haus und werden nicht weiterverkauft. Die Kreditvergabe ist im ersten Halbjahr weiter gestiegen. Außerdem bekräftigt Wnuck: „Wertpapierkonstruktionen, die Auslöser der Finanzkrise waren, befanden oder befinden sich nicht in unseren Beständen.“
Volksbank „Wir versuchen, unsere Kunden zu beruhigen“, sagt Otmar Tiebes, Vorstandsmitglied der Volksbank Mönchengladbach. „Die Leute brauchen sich keine Gedanken zu machen.“ Der Grund: Die Volksbank ist eine Genossenschaftsbank, die dem Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken angehört. Dieser bietet Institutsschutz. Das heißt: Die Volksbank Mönchengladbach ist auf diese Weise vor Insolvenz geschützt. „Die Einlagen sind gesichert“, sagt Tiebes. Zudem verpflichtet der Bundesverband als Prüfstelle die Volksbank dazu, in ihrer Region zu arbeiten. Das ist Mönchengladbach, Willich und die angrenzende Peripherie. „Wir können gar nicht wild herumfinanzieren“, sagt Tiebes. Die Volksbank wies im vergangenen Jahr eine Bilanzsumme von 750 Millionen Euro auf.
Gladbacher Bank Das Geldhaus, das seine Herkunft im Namen trägt, versteht sich vor allem auf Wertpapier- und Einlagegeschäfte. Im vergangenen Jahr war der Anteil um 13 Prozent gestiegen. Die Talfahrt an den Börsen hinterlässt auch dort ihre Spuren. „Wir müssen unsere Gewinnprognosen aber nicht korrigieren“, sagt Heinz-Josef Born vom Vorstand. Die Gladbacher Bank ist wie die Volksbank eine Genossenschaftsbank und genießt ebenso Insolvenzschutz. „Die Einlagen sind sicher“, sagt Born. Zwar registrierte die Bank gestern vermehrte Transaktionen, aber keine Hektik bei Anlegern und Sparern. „Die Leute sind recht besonnen“, sagt Born. Die Gladbacher Bank wies 2007 eine Bilanzsumme von 1,015 Milliarden Euro auf.
Santander Consumer Bank Die hundertprozentige Tochter der spanischen Banco Santander wollte gestern keine Stellungnahme abgeben. Wohl gehört das spanische Mutterhaus global zu den Gewinnern der Finanzkrise: Die Bank machte im ersten Halbjahr nicht nur Gewinne, sondern nutzt die Krise anderer Institute zu weiteren Zukäufen. Santander-Chef Emilio Botín, der zur Eröffnung des Gladbacher Neubaus kam, verfolgt dabei eine Strategie, die eher an Sparkassen als an eine Großbank erinnert. Die Santander Consumer Bank mit Sitz in Gladbach ist spezialisiert auf das Konsumkreditgeschäft. Die Bilanzsumme belief sich 2007 deutschlandweit auf 16,8 Milliarden Euro.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






