Mönchengladbach: Gladbacher Politiker bedauern Köhler-Rücktritt
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 01.06.2010 - 10:25Mönchengladbach (RPO). Als im Mai vergangenen Jahres Horst Köhler zum Bundespräsidenten gewählt wurde, durften auch vier Mönchengladbacher ihre Stimme abgeben. Die CDU-Politiker Dr. Günter Krings und Norbert Post votierten für Köhler, die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Hildegard Wester und Oberbürgermeister Norbert Bude stimmten für Köhlers Gegenkandidatin Gesine Schwan (SPD).
Die Nachricht von Köhlers Rücktritt hat alle vier überrascht. "Horst Köhler war als Bundespräsident bekannt dafür, dass er seine Entscheidungen unabhängig von Parteiinteressen oder Meinungsumfragen vertritt – insofern ist er sich selbst in seinem Rücktritt treu geblieben", sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Krings.
Die Kritik von SPD, Grünen und Linken hätten Köhler zugesetzt: "Die Opposition muss sich fragen lassen, wie sie mit dem höchsten Amt im Staate umgegangen ist. Ihre Kritik am Bundespräsidenten war dem Amt nicht angemessen." Krings machte deutlich: Er hätte sich gewünscht, wenn Köhler "diese parteipolitisch motivierte Kritik durchgestanden" hätte.
Auch CDU-Landtagsabgeordneter Norbert Post bedauert Köhlers Schritt. Er führt dessen Entscheidung darauf zurück, dass "Köhler nicht in der Politik groß geworden ist", in der harsche Kritik an der Tagesordnung seien. "Ein Präsident ist nicht sakrosankt", so Post weiter.
Für Bude ist die Entscheidung Köhlers folgerichtig. "Er hat die Politiker gemahnt, sich korrekt, konsequent und glaubwürdig zu verhalten. Diesen Maßstab hat mit seiner Entscheidung an sich selbst angelegt." Bude äußert Respekt, sagt aber: "Das war so nicht notwendig."
Für Hildegard Wester (SPD) ist der Zeitpunkt "so unpassend, wie er kaum sein kann". Wester: "Seine Äußerung ist erklärungsbedürftig. Offenbar fand er keinen Rückhalt bei Parteifreunden von der CDU."
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