Mönchengladbach: Google fotografiert alle Häuser
VON HANNA KOCH - zuletzt aktualisiert: 29.05.2009Mönchengladbach (RPO). Bilder aller Straßenzüge Gladbachs sollen im Internet zu sehen sein. Suchmaschinenbetreiber Google schickt Autos mit Kameras durch Städte und macht Fotos. Hausbesitzer, denen das nicht passt, können die Bilder löschen lassen.
In Mönchengladbach wurden die schwarzen Autos schon gesichtet: Im Auftrag des Internetdienstleisters Google fahren sie durch die Stadt, um Fotos von Straßenzügen zu machen. Die werden von Google so programmiert, dass Internetnutzer visuelle Stadtrundgänge unternehmen können. Das Ganze nennt sich "Street View" und ist in den USA und in europäischen Großstädten bereits erfolgreich angelaufen. "In Deutschland laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren", sagt Google-Pressesprecher Stefan Keuchel. Ein genauer Starttermin stehe aber noch nicht fest.
Zunächst größere Städte
Google-Bilder löschen
Street View Schon jetzt haben Hausbesitzer die Möglichkeit, der Veröffentlichung der Fotos zu widersprechen.
Kontakt Per Brief an Google Germany GmbH, betr.: Street View, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg. Oder per Email unter streetview-deutschland@google.com.
Infos Unter http://maps.google.de/streetviewinfo
In Nordrhein-Westfalen wolle das Unternehmen zunächst Bildmaterial aus größeren Städten sammeln. Zurzeit sind die Autos mit den automatischen Kameras unter anderem in Mönchengladbach unterwegs. "Langfristig wollen wir den Street-View-Service aber überall anbieten", so Keuchel. Das Programm biete viele Vorteile: "Nutzer können sich vor ihrem Urlaub Hotels und Sehenswürdigkeiten ansehen", erzählt Keuchel. Oder vor Ort schauen, ob das in der Suchmaschine gefundene Restaurant optisch gefällt. Auch Umzugswilligen soll das Programm helfen, im Vorfeld die Umgebung der neuen Heimat virtuell zu erkunden.
Dass aber die Häuser frontal zu sehen sind, ruft Kritik hervor: Immobilienbesitzer fürchten, dass clevere Diebe die Bilder nutzen, um sich über Einbruchsmöglichkeiten zu informieren. Diese Sorge hat auch Rechtsanwältin Doris Overlack-Kosel, denn in ihrer Wohngegend hatte sie bereits eines der Autos gesichtet. Sie wandte sich an die Datenschutzbeauftragten des Landes NRW. "Ich baue schließlich kein Haus, damit es andere ohne mein Einverständnis fotografieren. Und somit haben die Datenschützer auch die Aufgabe, eine informative Aufklärungskampagne zu starten", sagt sie.
Die Aufnahmen seien allerdings legal, denn sie entstehen im öffentlichen Raum, räumt Keuchel ein. "Aber Gesichter und Autokennzeichen werden verpixelt", so Keuchel. Was manche Bürger dennoch ärgert: Google kündigt seine Kamerafahrten nicht an. Und die schwarzen Wagen mit den großen Kameras sehen nicht gerade vertrauenerweckend aus.
Die Hamburger Datenschutzbehörde hat mit Google vereinbart, dass Hausbesitzer der Veröffentlichung von Bildern widersprechen können – und zwar auch schon bevor die Fotos im Internet erscheinen. "Betroffene können sich per Brief oder Email an uns wenden", sagt Google-Sprecher Stefan Keuchel.
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