Mönchengladbach: Gregor Schneider geht zu weit
zuletzt aktualisiert: 21.04.2008Mönchengladbach (RPO). Künstler lieben Tabus – um sie genüsslich zu brechen. Darin ist Gregor Schneider kein Einzelfall. So hat ein Fotograf für Modereklame einen Aids-Toten abgelichtet, und Gunther von Hagens’ durch die Welt wandernde Ausstellung plastinierter Leichen löst Kontroversen aus. Doch was Gregor Schneider vorhat, geht noch einen Schritt weiter. Der Rheydter Künstler will den Prozess des Sterbens künstlerisch auswerten, möglicherweise ausschlachten. Da wird eine Grenze überschritten, die dem ersten Artikel des Grundgesetzes – „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – eklatant widerspricht. Selbst wenn sich ein Freiwilliger fände, der seine letzte Lebensfrist in die Hände eines Künstlers zu geben bereit wäre, müsste man ihn davor bewahren. Denn Würde ist unveräußerlich. Die Kunst muss diese Grenze respektieren. DIRK RICHERDT
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