Mönchengladbach: Grüne wollen auch siebte Gesamtschule
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 14.05.2009Mönchengladbach (RPO). Sie wollten es klar und deutlich sagen und taten es auch: Die Mitglieder der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordern nicht nur eine sechste, sondern auch eine siebte Gesamtschule für Mönchengladbach.
"Der Wähler soll vor den Kommunalwahlen unsere Position erfahren", sagte Fraktionschef Karl Sasserath. Es gehe nicht darum, irgendeine Schulform durchzusetzen, es gehe um Gerechtigkeit in der Schulpolitik, erklärte Gerd Schaeben, schulpolitischer Sprecher der Grünen. "Jährlich werden über 500 Kinder von den Gesamtschulen abgewiesen." Oft müssten die Kinder dann zu einer Hauptschule wechseln, die womöglich nur einzügig sei und allein deshalb nicht mehr den Bildungsauftrag erfüllen könne, "ganz unabhängig von dem Engagement der Lehrer", sagte Schaeben. Bei einzügigen weiterführenden Schulen sei weder die Lehrerversorgung noch die Differenzierung gesichert.
Nur noch sechs Hauptschulen
Sechs Hauptschulen, die nur eine Eingangsklasse haben, und viele freie Plätze an Gymnasien – "das können wir uns allein aus finanzpolitischen Gründen schon nicht erlauben", findet der schulpolitische Sprecher. Deshalb hat seine Fraktion drei Forderungen: Zum Schuljahr 2010/11 soll die Zahl der Hauptschulen auf fünf bis sechs reduziert werden, um die verbleibenden Schulen quantitativ und qualitativ zu sichern. Das Angebot der Gesamtschulen soll zum übernächsten Schuljahr deutlich erhöht werden. Gegen eine Gründung einer sechsten Gesamtschule am Standort Rheindahlen hätten die Grünen nichts einzuwenden, "aber wenn uns die Verwaltung eine bessere Alternative nennt, ist das auch in Ordnung", sagte Schaeben.
Außerdem fordern die Grünen eine Erweiterung der Gesamtschule Espenstraße um einen Zug. Dafür konnten die räumlichen Kapazitäten in der Grundschule Schmölderpark genutzt werden. Die 250 Meter entfernte Grundschule läuft aus, weil sich nicht genügend neue Schüler anmeldeten, deshalb werden dort Raumkapazitäten frei.
Mittelfristig wollen die Grünen sogar eine siebte Gesamtschule in der Stadt errichten. Sie befürworten ein Bildungszentrum auf dem Gelände des ehemaligen Zentralbades. Dort könnte nicht nur eine neue Gesamtschule gebaut werden. sondern auch eine neue Stadtbibliothek. Wie das finanziert wird? Georg Weber, planungspolitischer Sprecher der Grünen, nennt das Stichwort "Public Private Partnership", zu deutsch: öffentlich private Partnerschaft. Bei einem so großen Projekt könnte sich das Finanzierungsmodell für private Investoren lohnen, meint Weber. Außerdem hätte ein Bildungszentrum auch den Vorteil, dass Schule und Bibliothek gemeinsam Räume nutzen könnten.
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