Mönchengladbach: H1N1: Mann starb fünf Tage nach Impfung
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 25.11.2009 - 17:32Mönchengladbach (RPO). Ein 51-Jähriger Mann ist am Dienstag, fünf Tage nach der Impfung gegen die Schweinegrippe, gestorben. Der Mann litt an Amyotropher Lateralsklerose (ALS). Das ist eine tödliche degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems, die nicht therapiert werden kann.
Die Hausärztin, die den 51-Jährigen am 19. November geimpft hatte, der Neurologe, der den Patienten medizinisch betreute, und die Mediziner des Gesundheitsamts gehen davon aus, dass ein Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Tod des Mannes höchst unwahrscheinlich ist.
Das teilte am Mittwoch die Pressestelle der Stadt mit. Dennoch hat die Stadt den Fall ans Paul-Ehrlich-Institut gemeldet. „Dazu sind wir durch das Infektionsschutzgesetz verpflichtet”, sagte Stadtsprecher Dirk Rütten.
Dem Paul-Ehrlich-Institut sind bis zum 19. November insgesamt zehn Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit dem Impfstoff Pandemrix gemeldet worden.
„Das Alter der Verstorbenen lag zwischen 21 Monaten und 92 Jahren”, sagte gestern die Pressesprecherin des Instituts, Susanne Stöcker. Die Todesursache des 51-jährigen hat das Institut noch nicht klären können. Erst in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass eine 48-jährige Mönchengladbacherin im Krankenhaus St. Kamillus nach der Infektion mit dem H1N1-Virus gestorben war.
Die Frau lit allerdings seit Jahren an einer chronisch obstruktiven Lungenkrankheit. Wegen einer schweren Lungenentzündung war sie in die Klinik eingeliefert worden. Inzwischen hat das Interesse an der Impfung gegen Schweinegrippe deutlich nachgelassen.
Nach dem Andrang in den letzten Wochen, als täglich bis zu 800 Gladbacher die Hotline des Gesundheitsamtes anriefen, sind es derzeit um die 50 bis 60 am Tag, die nach einem Termin fragen. Bis Mittwochnachmittag waren 455 Fälle von Schweinegrippe gemeldet worden, geimpft wurden seit dem 26. Oktober 11800 Mönchengladbacher.
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