Mönchengladbach: "Hände weg von den Gymnasien"
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 13.05.2009Mönchengladbach (RPO). Die Unterschriftenaktion der Mönchengladbacher Initiative Gesamtschule (MIGS) stößt auf immer mehr Widerstand. Jetzt hat sich auch der Philologen-Verband, die Gewerkschaft der Lehrkräfte an Gymnasien, eingeschaltet. Denn auch dort sorgte die Forderung der Initiative, die Hauptschule und das Gymnasium in Rheindahlen zu schließen und stattdessen eine sechste Gesamtschule einzurichten, für kollektives Kopfschütteln.
Eltern sammeln Unterschriften
Jürgen Müller, Vorsitzender des Philologen-Verbandes Mönchengladbach: "Zwei aktive und stabile Schulen werden bewusst ins Gerede gebracht, um Verunsicherung in Rheindahlen zu erzeugen." Müller kann die Eltern, Lehrer und Schüler der beiden Schulen gut verstehen, die empört sind, der Initiative List und Tücke vorwerfen und jetzt ihrerseits eine Unterschriftenaktion starten wollen.
"Die Neugründung einer Gesamtschule in Rheindahlen findet ganz sicher politisch keine Mehrheit und hätte ganz sicher auch keine Aussicht auf Genehmigung", sagt Müller. Der Philologen-Verband erkennt hinter den in die Öffentlichkeit getragenen Wünschen nach neuen Gesamtschulen eine andere Absicht. Müller: "Letztendlich träumen diese ideologischen Zauberlehrlinge von einer anderen Schulstruktur. Am Ende soll dann statt eines mehrgliedrigen Schulsystems die Einheitsschule stehen. Das werden wir nicht zulassen."
Der Philologen-Verband mahnt: "Hände weg von den bestehenden Gymnasien, denn sie werden alle noch gebraucht." Die Schülerzahlen würden zwar allgemein zurückgehen, aber die Übergangsquoten zu den Gymnasien seien noch stabil, sagt Müller. Eine sechste Gesamtschule sei in der Stadt nicht zu verantworten. Die fünfte Gesamtschule in Neuwerk verzeichne bereits sinkende Anmeldezahlen. "Bei der schwindend geringen Zahl an Schülern mit einer Gymnasialempfehlung muss die Frage erlaubt sein, wie denn zukünftig eine gymnasiale Oberstufe seriös durchgeführt werden kann", sagt der Vorsitzende der Gewerksschaft. Mit dem Zentralabitur hätten sich schon signifikante Unterschiede zwischen den Prüfungsergebnissen an Gymnasien und Gesamtschulen gezeigt.
Rolle von Ratsmitgliedern
Amüsiert hat Jürgen Müller zur Kenntnis genommen, dass die Gesamtschüler aus Hard, die für ein paar Stunden in die Rolle von Ratsmitgliedern schlüpften, in ihrer Sitzung eine sechste Gesamtschule ablehnten. Der Vorsitzende des Verbandes: "Dieser Weitblick lässt hoffen und sei auch unseren aktiven Politikern gegönnt."
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