Mönchengladbach: Handel erwartet Rückgang
VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 04.04.2009Mönchengladbach (RPO). Bei den Einzelhändlern kommt die Krise später an – aber sie wird kommen. Mehr als die Hälfte erwartet geringere Umsätze. Genaue Prognosen sind schwierig. Die gute Nachricht: Noch sind die Bürger in Kauflaune.
Noch nie ist dem Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband eine Prognose so schwer gefallen, wie die für das Jahr 2009. Das zeigte sich, als Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Achten Zahlen und Stimmungslage in Worte fasste: "Im Augenblick geht es so gerade noch, schlimmer darf es nicht werden. Aber es wird im zweiten Halbjahr schlimmer." Achtens Fazit: Der Verband rechnet vielfach mit einer Verschlechterung der Lage. Die Frühjahrs-Pressekonferenz stand ganz im Zeichen der Krise. Denn der Handel wird traditionell immer später von konjunkturellen Schwankungen erfasst. Für 2009 erwartet der Verband einen Umsatzrückgang bis zu minus zwei Prozent.
Erwartungen an 2009 Für das erste Halbjahr dieses Jahres sind die Prognosen der befragten Einzelhändler nicht überraschend: 53 Prozent schätzen die Geschäftslage schlechter ein als im ersten Halbjahr 2008. Eine konstante Entwicklung sehen 33 Prozent. Nur 14 Prozent erhoffen sich bessere Umsätze. "Das spricht eine deutliche Sprache", so Achten. Allerdings sprechen einige Punkte dafür, dass der Handel von der Krise nicht so stark getroffen wird, wie andere Branchen, so der Geschäftsführer.
Konsumstimmung Noch ist die Kauflaune der Bürger nicht verdorben. Das hat verschiedene Gründe: Einerseits wird sich die Flaute erst später auswirken. Andererseits wirken die gestiegenen Realeinkommen, fallende Energiepreise, Rückzahlung der Pendlerpauschale und die Konjunkturpakete belebend auf das Konsumverhalten.
Personal 70 Prozent der Befragten hoffen, ihre Mitarbeiterzahl konstant halten zu können, 22 Prozent gehen von Entlassungen aus, acht Prozent von zusätzlichen Stellen.
Rückblick 2008 – Umsatz Im vergangenen Jahr erwirtschafteten die Unternehmen in der Region Mönchengladbach 1,6 Milliarden Euro, im Rhein-Kreis Neuss 2,2 Milliarden (Gesamtverbandsgebiet: 15,5 Milliarden Euro). Das entspricht gegenüber 2007 zwar einer Steigerung von einem knappen Prozentpunkt, "angesichts der hohen Inflationsrate real aber einem Umsatzrückgang um 1,5 Prozent", sagte Achten.
Entwicklung Das zweite Halbjahr 2008 beurteilten die befragten Unternehmen besser, als im Vorjahreszeitraum: 61 Prozent sahen eine konstante oder verbesserte Lage, 39 Prozent eine Verschlechterung (Vorjahr: 44 Prozent). Zufrieden waren vor allem der Lebensmittel-Einzelhandel, Sport- und Möbel-Geschäfte. Eher unzufrieden zeigten sich die Bekleidungs- und Schuh-Branche, Anbieter von Unterhaltungselektronik, Schulwaren und Büchern.
Personal 75 Prozent der Befragten hielten die Zahl ihrer Mitarbeiter konstant. Neun Prozent haben sie erhöht und 16 Prozent gesenkt.
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