Mönchengladbach: Hans Meyer: Trainer, Retter, Kauz und Mensch
zuletzt aktualisiert: 30.01.2007Mönchengladbach (RPO). Es sind seine Sprüche, mit denen er sich den „Närrischen Maulkorb“ verdient hat: Hans Meyer, der „Billy Wilder des Fußballs“, wie ihn der Laudator, RP-Sportredakteur Karsten Kellermann, bei der gestrigen Preisverleihung im Haus Erholung bezeichnete. Und Meyer gab auch gleich eine Kostprobe seiner schlagfertigen Formulierkunst. „Was unterscheidet Meyer von Klinsmann?“, fragte er die Gäste und gab auch gleich die Antwort: „Ich bin da, wenn man mich ehrt.“ Dank der Auszeichnung darf sich Meyer nun als einziger seiner Kollegen offiziell „humorvoller Fußballtrainer“ nennen. Kellermann zeichnete in seiner Rede ein vielschichtiges Bild des ehemaligen Borussen-Trainers.
Hier einige Auszüge:
Erstklassig „Bei Borussia haben Sie Spuren hinterlassen. Sie haben Mönchengladbach wieder erstklassig gemacht. Und 100 000 Fans am Tag des Aufstiegs auf dem Alten Markt zugerufen: ,Ihr habt es am meisten verdient, dass die Mannschaft nicht mehr in der Scheiß-Zweiten Liga spielen muss.’“
Kollektiv „Hans Meyers Methoden und Ideen kamen an. Er gab Borussia ein neues Gesicht. Die Mannschaft war von nun an ein funktionierendes Kollektiv, das Fußball mit hohem Unterhaltungswert spielte. Eine echte Ost-West-Symbiose, wenn man so will.“
Sprüche „Längst hatte Meyer bei Fans Kultstatus erlangt. Nicht nur wegen Sprüchen wie diesem: ,Bemerkenswert finde ich die Tatsache, dass 3000 unserer Fans in St. Pauli waren. Und höchstens 2000 davon wegen der Reeperbahn.’ So etwas kommt an in der Kurve.“
Journalisten „Ein besonderes Verhältnis hat Hans Meyer zu Journalisten. Es ist eine Art Hassliebe. Lästige Fragen, aber auch Schulterklopfer wehrt er meist mit Sarkasmus ab. O-Ton Meyer: ,Ich habe noch keinen Journalisten erlebt, der von mir Fachliches erwartet hat. Die Fragen, die kommen, sind genauso blöd wie meine Sprüche. Die Sprüche sind immer spontan. Und übrigens am besten, wenn die Fragen besonders dumm sind.’“
„Hans Meyer ist aber nicht nur Trainer. Er ist Retter, Kauz, Feuerwehrmann, Entertainer, Motivator – und Mensch.“
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