Mönchengladbach: Hauptschulen: Auflösung mit Plan
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 16.12.2009Mönchengladbach (RPO). Die Auflösung der Hauptschulen Wickrath, Giesenkirchen und Eicken heute im Rat scheint beschlossene Sache. Doch wie kann man Schulen sinnvoll auslaufen lassen? Die CDU fordert ein Konzept, das den Wechsel kompletter Klassen ermöglicht. Das befürworten auch die Schulleiter.
Die Sache an sich ist unstrittig: In Mönchengladbach gibt es zu viele Hauptschulen. Deshalb sollen drei Standorte aufgelöst werden, um die bestehenden Schulen zu stärken. Erklärtes Ziel ist es, die Hauptschulen Eicken, Giesenkirchen und Wickrath auslaufen zu lassen.
Das heißt: Es werden zwar keine neuen Eingangsklassen gebildet, dafür werden aber die bestehenden Klassen bis zum Schulabschluss fortgeführt. Doch ein solcher Plan birgt Risiken. Die Erfahrungen zeigen: Ist erst einmal der Beschluss zur auslaufenden Auflösung gefasst – und das soll heute im Rat geschehen –, dann werden einige Eltern möglichst schnell versuchen, ihre Kinder in einer anderen Schule unterzubringen. Irgendwann werden die Klassen zu klein, und ein geordneter Unterricht ist nicht mehr möglich.
Für bessere Unterrichtsplanung
Das wollen die betroffenen Schulleiter auf jeden Fall verhindern. Deshalb wird die CDU heute ein Konzept fordern, das den Fortbestand bestehender Klassenverbände ermöglicht. Auch aus Sicht der Schulleiter wäre es besser, den Schülern frühzeitig die Perspektive zu geben, mit ihrer kompletten Klasse an eine andere Hauptschule wechseln zu können. Das, so finden sie, würde die Unterrichtsplanung an den auslaufenden Schulen leichter machen und auch die sozialen Verbindungen der Schüler erhalten.
"Diesen Wunsch der Schulleiter unterstützen wir gern, weil er auch dazu beiträgt, die fortbestehenden Hauptschulen zu stärken", sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Hans Peter Schlegelmilch. Und er ergänzt: "Das wollen wir ausdrücklich, denn die CDU steht nach wie vor zum dreigliedrigen Schulsystem, in dem die Hauptschulen eine wichtige Rolle spielen."
Schuldezernent Dr. Gert Fischer will im Januar mit der Schulaufsicht und den Schulleitern Gespräche führen. "Wir werden die Möglichkeit prüfen, ganze Klassenverbände umzuleiten", sagt er. Und: "Wenn das klappt, werden wir das auch so machen." Doch eines dürfe bei diesem Plan nicht außer Acht gelassen werden: der Elternwille. Denn es komme natürlich auch darauf an, was sie für ihre Kinder möchten. Fischer ist optimistisch, dass eine vernünftige Lösung gefunden wird. Das gelte auch für die Lehrer. Denn auch sie müssen an anderen Schulen untergebracht werden.
Aber die CDU will heute nicht nur ein Konzept zur geordneten Hauptschulauflösung fordern, sie möchte auch einen Antrag zur zukünftigen Nutzung der frei werdenden Gebäude stellen. Dazu soll die Verwaltung ebenfalls ein Konzept erstellen. Sollte für die frei werdenden Räume keine schulische oder verwaltungsinterne Nutzung mehr möglich sein, soll die Entwicklungsgesellschaft der Stadt beteiligt werden, um die Gebäude wirtschaftlich zu verwerten.
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