Mönchengladbach: Hausaufgaben sind gemacht
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 22.10.2007Mönchengladbach (RPO). CDU-Fraktionschef Rolf Besten formulierte es gestern im RP-Gespräch vorsichtig. Der große Wurf, so sagte er über das Gutachten der Sparfüchse von Rödl & Partner, sei nicht in den 77 Vorschlägen zu finden, die den Fraktionen vorliegen. Wer es klarer mag: Es wird von großen Teilen der Politik als Schuss in den Ofen bezeichnet. So waren sich die CDU-Mitglieder bei ihrer Klausurtagung zum Beispiel einig, dass sich die Gutachter nicht intensiv genug mit der Stadt, ihren Traditionen und ihren Ansprüchen beschäftigt haben.
Das provoziert natürlich die Gegenfragen: Hat man die Gutachter mit der Aufgabe alleine gelassen? Welche Hilfe bekamen sie, um sich in die Situation der Stadt einzuarbeiten? Oder haben es sie es sich wirklich zu einfach gemacht, weil sie einfach Versatzstücke aus anderen Untersuchungen auf Mönchengladbach übertragen haben?
Ist dies der Fall, wäre es allerdings hanebüchen. Grotesk ist es schon, eine neue Nutzung für das Museum von Schloss Rheydt zu empfehlen, ohne die Geschichte seiner Sanierung zu kennen: Nur der große Einsatz der Bürger machte es möglich Schloss und Museum zu erhalten. Mit ihrem unsensiblen oder uninformierten Vorgehen haben die Gutachter viele Gladbacher vor den Kopf gestoßen.
Andererseits: Mönchengladbach hat in den Vorjahren viel getan, um Schulden zu senken. In zahlreichen Bereichen etwa der Verwaltung ist das Potenzial weitgehend ausgeschöpft. Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis des Gutachtens: Die Stadt hat ihre Hausaufgaben gemacht.
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