Mönchengladbach: Hausmeister für neues Café Pflaster
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 23.09.2008Mönchengladbach (RPO). Das Café Pflaster eröffnet am kommenden Donnerstag am umstrittenen Standort Brucknerallee 37. Davon lässt sich das Diakonische Werk als Träger der Einrichtung nicht abhalten – trotz der Proteste von Anwohnern und mehr als 750 Unterschriften, die sich gegen den Standort eines Tagestreffs für Suchtkranke, Tagesobdachlose und psychisch Kranke aussprechen.
„Wir nehmen die Bedenken ernst“, sagt Diakonie-Geschäftsführer Heinz-Herbert Paulus. Deshalb hat sich der Wohlfahrtsverband entschlossen, eine Etage zur Wohnung auszubauen, damit hier im November ein Hausmeister einziehen kann. Die Diakonie ist zu einem weiteren Einlenken bereit.
„Sollten wir feststellen, dass es an diesem Standort nicht funktioniert, werden wir die Einrichtung an der Brucknerallee wieder schließen. Wir wollen andere nicht in Mitleidenschaft ziehen. Aber erst sollte man uns und den Betroffenen eine Chance geben“, sagt Pfarrer Wolfgang Hess.
Die Diakonie bekräftigte gestern, dass sie mit allen Beteiligten Gespräche geführt hat: mit vier Schulen im Umkreis und mit Anwohnern. Und sie weist darauf hin, dass sie viel Erfahrung in der Arbeit mit Suchtkranken, Obdachlosen und psychisch Kranken hat. Paulus: „Vor 22 Jahren gab es in Mönchengladbach das erste Beratungsangebot. Mittlerweile haben wir ein Hilfsnetz aufgebaut – mit dem Café an der Aachener Straße, mit ambulanten Hilfen, betreutem Wohnen und der Gesellschaft Neue Arbeit.“
Das Rheydter Café Pflaster wird zunächst nur vier Stunden täglich als Frühstückscafé von 9 bis 13 Uhr öffnen. Zwei Streetworker, eine Krankenpflegerin und eine Hauswirtschafterin kümmern sich um die Betroffenen.
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