Mönchengladbach: Heiligabend bei der Großfamilie
VON NADINE FISCHER - zuletzt aktualisiert: 24.12.2009Mönchengladbach (RPO). Jochen und Ivonne Lodes haben sieben Kinder. Eines davon ist sogar ein echtes Christkind. Heute Vormittag wird erst einmal der Geburtstag von Nesthäkchen Christian gefeiert. Abends ist es Tradition, dass alle Familienmitglieder die Geschenke nacheinander auspacken.
Der Nachmittag und der heilige Abend sind für die ganze Familie da. Aber der heutige Vormittag gehört nur einem der sieben Lodes-Kinder: Nesthäkchen Christian. Der Junge wird nämlich vier Jahre alt. "So um 9 Uhr bekommt er seine Geschenke, und dann fahre ich mit ihm für zwei Stündchen ins Vitusbad", sagt seine Mutter Ivonne Lodes. Viel mehr Geburtstags-Extras sind heute nicht drin. "An so einem Tag wie Heiligabend ist es für uns schwierig, sich auf ein Kind zu konzentrieren", sagt Papa Jochen Lodes. Schließlich ist Weihnachten ja ein Familienfest. Da soll jedes der sieben Kinder im Hause Lodes mal im Mittelpunkt stehen.
Nacheinander auspacken
Deshalb hat die Familie eine Tradition: Einer nach dem anderen packt heute Abend seine Geschenke aus und der Rest sieht zu. "Der Jüngste fängt an", erzählt Jochen Lodes. Zuerst wird also Christian dran sein, dann Stephan (7), Alexander (9), Esther (14), Anna (16), Eva (20), Sabrina (25), Mutter Ivonne (45) und zum Schluss Vater Jochen (46). Nach einer Stunde ist die Aktion meist schon wieder vorbei, denn "die Kleinen reißen ihre Geschenke sehr schnell auf", sagt Sabrina und lacht. Sie ist der einzige Lodes-Spross, der nicht mehr zu Hause wohnt und an Weihnachten aus Düsseldorf nach Mönchengladbach kommt. "Dass wir an Weihnachten alle zusammen sind, ist etwas ganz besonderes", findet Papa Jochen. Zwar ist Sabrina ab und zu an den Wochenenden da, doch dann geht oft jeder seiner Wege: Esther und Eva sind beim Tischtennis, Anna macht Leichtathletik, Alexander und Stephan haben Fußballspiele. "Deshalb fehlt uns auch meistens die Zeit, zusammen in die Messe zu gehen", sagt Jochen Lodes.
Heute ist das anders, da zieht die komplette Familie los und sitzt um 16 Uhr in der Kirche St. Mariä Empfängnis in Lürrip. Wieder zu Hause, gibt es Sauerbraten mit Kartoffeln und Rotkohl. "Das mögen alle", sagt Ivonne Lodes, die fürs Kochen zuständig ist. "Mein Mann spült dafür", erzählt sie. Und die Kinder? "Wer möchte, hilft beim Tisch decken. Wir haben da keine feste Rollenverteilung."
Hausmusik mit Flöten und Oboe
Danach machen die Kinder ein bisschen Musik auf Querflöte, Blockflöte und Oboe - bis sie alle aus dem Wohnzimmer verschwinden müssen, weil der Weihnachtsmann in aller Ruhe die Päckchen vor den Christbaum legen möchte. Er hat dann auch immer Präsente der Kinder an ihre Eltern dabei. "Wir Älteren suchen etwas für sie aus", sagt Anna. "Untereinander schenken wir Geschwister uns nichts", ergänzt sie.
Was nach der Auspack-Schlacht noch folgt, sind ein paar besinnliche gemeinsame Stunden und zwei weitere Feiertage im Kreis der Familie. "Für eine gewisse Zeit ist es sehr schön, mit allen zusammen zu sein", sind sich Sabrina und Eva einig. Aber irgendwann sei es dann auch genug, ergänzen sie und lachen.
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