kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Mönchengladbach: Hermann Piecq, der ewige Oberbürgermeister

VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 29.07.2010

Mönchengladbach (RPO). Er hat sich nicht bloß ein Denkmal gesetzt. Kein anderer Bürgermeister hat seine Spuren so sehr in der Stadt hinterlassen wie Hermann Piecq, der Mönchengladbach von 1900 bis 1920 regierte. Keiner hat das Profil, das Bild der Stadt derart geschärft.

Hermann Piecq regierte Mönchengladbach von 1900 bis 1920. Wie kein anderer hat er die Stadt geprägt.  Foto: Stadtarchiv
Hermann Piecq regierte Mönchengladbach von 1900 bis 1920. Wie kein anderer hat er die Stadt geprägt. Foto: Stadtarchiv

Wasserturm, Kaiser-Friedrich-Halle, neue Eisenbahnführung, elektrische Straßenbahn und vieles mehr ist allein in Piecqs ersten Amtsjahren entstanden. Er, der Kölner Verwaltungsfachmann, brauchte nur drei Jahre, bis die preußische Regierung ihm den Titel Oberbürgermeister verlieh. Die Grundrisse Mönchengladbachs, wie wir es heute kennen, stammen alle aus seiner Amtszeit. Doch er hatte es zu Beginn nicht allzu leicht.

In den Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung wurde herzhaft gestritten. Piecq behielt nicht immer seine diplomatische Linie bei, wie aus den Sitzungsprotokollen hervorgeht. Sein Lieblingsargument, falls es nicht vorwärts ging: „Das haben wir in Köln immer so gemacht.“ Basta. Andere berichten von den Sitzungen so: „Er verleiht seiner Weltanschauung mit der ganzen Wucht seiner Persönlichkeit, seiner impulsiven Art, Nachdruck.“ Dabei verstand sich Piecq stets als parteineutral und unpolitisch.

Und dennoch war er ein Macher, der vor allem die Bürger einzubinden wusste. Selten wurde so viel gespendet in der Stadt, wie zu Piecqs Zeit. Prestigeobjekte und Infrastruktur wurden ausgebaut: Gasanstalt, Elektrizitätswerk, Berufsfeuerwehr, Kanalnetz, städtisches Orchester. Zudem wurde die Verwaltung immer professioneller. Es entstanden neue Beigeordneten-Stellen, Mönchengladbach hatte 1910 1500 Mitarbeiter, und während in Städten ringsum die Schreiben noch per Hand vervielfältigt wurden, schaffte Piecq Schreibmaschinen an.

Dennoch hinterließ er der Stadt nicht einen unüberwindbaren Schuldenberg. Seine Finanzpolitik war eher konservativ, den Neubau von Schulen etwa ließ er aus dem normalen Haushalt bestreiten. Nicht durch Kredite. Das kam nicht gut an bei den Verordneten.

Zwei Begebenheiten beschreiben die Persönlichkeit des Hermann Piecq und seine mitunter trickreiche Regierungspraxis: Die Zeit der Automobile brach an, und ein Oberbürgermeister brauchte ein solches. Doch Piecq hätte sich nie einen Wagen gekauft. Das überließ er anderen. Und zeigte in dieser „Dienstwagen-Affäre“, wie geschickt er war.

Er beteiligte die damals selbstständige Gemeinde Neuwerk an den Kosten. Mit der Begründung, er müsse ja das neu gebaute Wasserwerk in Helenabrunn, das Neuwerk versorgte, „selbst kontrollieren“. Neuwerk stimmte zu, Piecq bekam seinen Dienstwagen. Ob der jemals vor dem Wasserwerk parkte, ist ungeklärt. Wie rigoros sich Piecq durchzusetzen mochte, zeigt die Debatte um den historischen Stadtkern 1913. Piecq wollte vor dem Rathaus unbedingt Mauern und Zinnen, was Anfang des 20. Jahrhunderts architektonisch etwa so zeitgemäß war wie ein römischer Tempel.

Und die historische Figur des Balderich wollte er entsprechend gewürdigt wissen. Weil ihm das Gesamtmodell, das in der Ratssitzung vorlag, nicht gefiel, soll er es heruntergeschmissen haben. Gebaut wurde nach seinen Vorstellungen; so, wie es heute aussieht.

Kamen die Stadtverordneten anfangs mit Piecq nicht klar, machte er sich schnell unverzichtbar. 1912 wurde er einstimmig wiedergewählt, und zwar auf Lebenszeit. Er wurde der ewige Oberbürgermeister, vielleicht auch, weil er als Vorsitzender der Kriegskommission die große Not unter Gladbacher Familien während des Ersten Weltkriegs „bis zur physischen Erschöpfung“ bekämpfte.

Die Arbeit zehrte an Piecq. 1916 erst ließ er sich vom Regierungspräsidenten den ersten Urlaub seiner Amtszeit genehmigen. Man wollte ihn selbst dann nicht gehen lassen, als er 1919 erschöpft und geschwächt durch den Kriegstod seines Sohnes um den Ruhestand bat. Ein Jahr später war Piecq tot, durch Überarbeitung geschwächt.

Quelle: RP

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Fast 500 Kilometer geschwommen

Leichlingen

Fast 500 Kilometer geschwommen

132 kleine und große Sportler zeigten Leistung beim 24-Stunden-Schwimmen des Leichlinger Schwimmvereins. Es kamen 491 Kilometer im Wasser zu ... mehr 

Das Miteinander klappt nicht

Wermelskirchen

Das Miteinander klappt nicht

Die "Balkantrasse" in der Innenstadt: Fehlende Rücksichtnahme führt zu gefährlichen Situationen. Vor allem das Radeln gegen die Einbahnstraß ... mehr 

Video

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Unges Pengste: Die Königsparade am Sonntag

Bei bestem Wetter zogen die Schützen bei "Unges Pengste" durch Korschenbroich. Rund 40.000 Besucherbesuchten die Paraden am ... mehr 

Aus der Nachbarschaft
Anzeige

Warsteiner Hockeypark

Rock the nation 2012

FP Hockeypark

Nach dem großen Erfolg 2011 kommt die ROCK THE NATION Festival-Tournee auch 2012 für fünf Tagesfestivals zurück in die Arenen Deutschlands. mehr 

Meistgelesen

Borussia Mönchengladbach

Ter Stegens Alptraum

Zuerst kassierte Borussias Torhüter fünf Treffer gegen den Schweiz – dann flog er aus dem deutschen EM-Kader. Für den 20-Jährigen ist es der erste große Rückschlag seiner Karriere. VON André Schahidi und Thomas Grulke  mehr

 

Mitgliederversammlung bei Hertha BSC

Berliner Fans entscheiden über Einspruch

 
 

Tausende Rechner von "Flame" befallen

Experten finden gefährlichen Computer-Virus

 

Düsseldorfer Elbsee

Mann stirbt bei Badeunfall

Meistkommentiert

Mönchengladbach

15-Jähriger prügelt Frauen krankenhausreif

Diese Nachricht sorgte über Pfingsten für heftige Diskussionen in der Stadt und auch auf RP-Online: Ein 15-Jähriger, der am Samstag zwei Frauen im Gladbacher Hauptbahnhof ohne Grund und Vorwarnung krankenhausreif geprügelt hatte, wurde am Sonntag ... VON ralf jüngermann  mehr

 

Nach Solarstromrekord droht Aufschlag

Warum Strom immer teurer wird

 
 
Mehr nachrichten aus Mönchengladbach

Unges Pengste 2012

Kaiserwetter für zwei Könige

Ausnahmezustand in Korschenbroich: Mehr als 40 000 Besucher drängten bis Montagabend in die Stadt. Sie feierten bei bestem Schützen-Wetter ausgelassen Unges Pengste. Höhepunkte: die beiden großen Königsparaden mit 1500 schmucken Marschierern. VON Ruth Wiedner  mehr

 

Mönchengladbach

Heiratsflucht nach Dänemark

Es gibt Paare, die ohne eigene Schuld nicht im Mönchengladbacher Standesamt heiraten dürfen. Sie müssen eigens zur Eheschließung nach Dänemark fahren. Betroffene erzählen, wie sie sich in Skandinavien trauen ließen. VON Inge Schnettler  mehr

 

Mönchengladbach

Ein Bayer unter Schützen

 

Mönchengladbach

"Die Hemmschwelle sinkt"

 

Mönchengladbach

Manager am Dirigentenpult

 
 
Anzeige:
Restaurant-Tipps für Gladbach


Bilder aus Mönchengladbach
Aufmarsch der Königinnen
Aufmarsch der Königinnen
Am Montagabend präsentierten sich die Majestäten mit ihren Königinnen. mehr 
 
Aufmarsch der Königinnen
Aufmarsch der Königinnen
Am Montagabend präsentierten sich die Majestäten mit ihren Königinnen.
mehr 
Bunter Blumenkorso bei Unges Pengste am Montag
Bunter Blumenkorso bei Unges Pengste am Montag
Königsparade am Montag, 28. Mai 2012
mehr 
Unges Pengste 2012: Die Königsparade am Sonntag
Unges Pengste 2012: Die Königsparade am Sonntag
Unges Pengste 2012: Die Königsparade am Sonntag
mehr 
Großes Feuerwerk bei Unges Pengste 2012
Großes Feuerwerk bei Unges Pengste 2012
Ein Feuerzauber verzückte am Samstagabend ..
mehr 
Unges Pengste 2012: Kult-Party mit "Mrs. Fab"
Unges Pengste 2012: Kult-Party mit "Mrs. Fab"
Samstagabend beim Unges Pengste: Party mit "Mrs. Fab" im Festzelt.
mehr 
Das sind mögliche Gegner der Borussia
Das sind mögliche Gegner der Borussia
Das sind Borussias mögliche Gegner
mehr 
 

RP ONLINE-Seminarreihe

So werden Sie bei Google gefunden

bornewasser.jpg

Unsere kompetenten Referenten zeigen Ihnen die Tricks der Suchmaschinen und sorgen dafür das Sie besser und schneller gefunden werden. mehr 

Familienanzeigen
TOP-SERVICES
Regio Extras