Mönchengladbach: Herzliche Machtübernahme
VON GABI PETERS UND RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 20.02.2012 - 18:43Mönchengladbach (RP). Die neue Strategie der Narren beim Rathaussturm heißt „Liebesattacke“. Da wird auch OB Bude weich. Er putzt nun freiwillig Ampeln. Bernd Gothe wird dafür OB. Außerdem wissen wir jetzt, was „Halt Pohl“ auf Englisch heißt.
Was haben sie am Anfang noch getönt, die Gelb-Blauen Funken, tapfere Garde des Oberbürgermeisters: „Diesmal werden Sie uns nicht besiegen. Diesmal gewinnen wir.“ Und wie zur Bekräftigung der Absicht wurden gleich Kanonenböller gezündet, dass es mächtig krachte. Doch während die Gelb-Blauen sich ausmalten, wie es wäre, wenn man das Rathaus zum Vereinshaus umfunktioniert („In den Ratssaal bauen wir eine Theke ein.“), schmiedeten die närrischen Angreifer im Hintergrund einen verrückten Plan.
Es sollte ein Überraschungsangriff werden, wie ihn Rheydt noch nie gesehen hatte: eine echte Liebesattacke. Tausende kostümierte Karnevalsbegeisterte waren Freitag bei Sonnenschein zum Marktplatz gekommen, um den Rathaussturm mitzuerleben.
Auch Niersia Bärbel war dabei. Sie hatte sich von der starken Erkältung erholt, stand an diesem wichtigen Tag wieder an der Seite von Prinz Hartmut II. Die Nacht zuvor war klirrend kalt gewesen. So musste die GEM erst einmal Salz streuen, bevor die Narren Kamelle werfen konnten.
Während sich der Rosenmontagszug auf die kurze Wegstrecke begab, witzelten MKV-Boss Bernd Gothe und Bella Peltzer auf dem nunmehr rutschfesten Platz: „Der Umzug braucht bestimmt vier bis fünf Stunden, ehe er hier ist. Der hält sich an die Verkehrsregeln.“ Die komplizierte Rheydter Verkehrsführung bleibt ein Running-Gag, den auch Oberbürgermeister Norbert Bude aufgriff: „Da schuf doch, und du weißt schon wer, ein neu Konzept für den Verkehr. Davor schuf er, weiß jedes Kind, aus Mais schon manches Labyrinth.“
Es sollte Freitag ein denkwürdiger Rathaussturm werden. Zur Ablenkung gab’s erst einmal das Übliche: Angriff von rechts, Angriff von links. Die Gelb-Blauen Funken hielten auf der Rathaustreppe dagegen. Oberbürgermeister Norbert Bude half mit. Bewaffnet mit einem Besen, fegte vor allem die Rechten weg.
Aber dann kam das Überraschungsmoment. Vereinte Prinzengarden in Schwarz-Weiß und Rot erklommen die Rathaustreppen und ließen dabei blau-weiße Herzchen-Luftballons steigen. Da wurde auch Oberbürgermeister Norbert Bude ganz weich. Er hatte mit MKV-Boss Bernd Gothe gewettet, dass er am Rosenmontag 44 Lokalpolitiker in GEM-Uniform auf den Rathausbalkon bekommt.
Der Wetteinsatz: Verliert Bude, muss er 22 Ampeln in der Stadt putzen. Angesichts des herzlichen Angriffs will der Oberbürgermeister nun freiwillig elf Lichtanlagen reinigen. „Am liebsten putze ich die Grünen“, sagte Bude grinsend.
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