Mönchengladbach: Hier jövv et jet ze laache
VON MAGDA KORRES - zuletzt aktualisiert: 18.01.2010Mönchengladbach (RPO). Was gehört zu einem echt jecken Menü? Wenn "die Erdnuss" in einem Gedicht alle Gladbacher Stadtteile so einwebt, dass sich die Zuhörer vor Lachen kringeln. Und wenn der Präsident seine Kontakte spielen lässt, dass es so richtig voll wird auf der Bühne. Beim Garnisonsabend in Eicken war's so.
Schon der Einmarsch zum Auftakt des Garnisonsabends der Gelb-Blauen Funken war für die Gäste in der voll besetzten Eickener Mehrzweckhalle ein Erlebnis. Mit Regimentskapelle, Funken und mehreren Tanzgarden wollte er kein Ende nehmen. Präsident Hans Schaefer hieß sie alle und auch die Besucher herzlich willkommen "im karnevalistischen Schlaraffenland". Das Menü sei angerichtet "mit tollen Kostümen, schmucken Uniformen, schönen Frauen und kernigen Männern". Und schon begann das 50-minütige Programm mit Akteuren aus eigenen Reihen. Solo-Mariechen Sandra Schmetz wirbelte über die Bühne, Jugendgarde, Regimentstöchter und die Showtanzgruppe "Seven and One" glänzten mit ihren Tänzen, Kölsche Tön und Schunkellieder kamen von der Regimentskapelle.
Auftritte
Ferner im Programm KG "Knallköpp" aus Golkrath. KG "Horbacher Freunde" aus Aachen. Ihre Tanzgarde "Friends of Fantasy" wurde 2008 Deutscher Meister des BDK. Prinzenpaar Holger I. und Niersia Kirsten mit Hofstaat und Großer Rheydter Prinzengarde. Übrigens OB Bude ist sicher, dass seine Garde beim Rathaussturm am Rosenmontag in diesem Jahr erstmals gewinnen wird.
Elf Jahre Präsident
Natürlich fehlte auch der Chef der Garde, Oberbürgermeister Norbert Bude, nicht. Und der überraschte Hans Schaefer mit herzlichen Glückwünschen und einer Urkunde zum elfjährigen Präsidenten-Jubiläum. 1998 wurde der Standesbeamte Mitglied der Garde. Und als 1999 der damalige Präsident zurücktrat, war Schaefer für die Blau-Gelben der richtige Mann. Das heutige Aus- und Ansehen der Truppe ist nicht zuletzt mit sein Verdienst. Und dass beim Garnisonsabend stets so viele Gesellschaften vom Linken Niederrhein auftreten, hat wohl auch mit seinen guten Kontakten zu tun.
So traten am Samstag allein vier Gesellschaften auf. Da kam zunächst die GKG "Grielächer" Blau-Weiß Orken mit Prinzenpaar und der Tanzgarde "Blue Birds". "Seit 2001 verbindet uns eine herzliche Freundschaft", erklärte Präsident Rainer Landsch mit seinen Glückwünschen. Und als Überraschung überreichte er den Orden des Landesverbandes der Förderer Europäischer Narren. Zu Ehren von Hans Schaefer tanzte das Solo-Mariechen der "Blue Birds".
"Jetz jövv et jet ze laache", versprach Schaefer, und herein spazierte "die Erdnuss" aus Nettetal. So mancher lachte Tränen, und kaum ein Auge blieb trocken. Das war eine echte Büttenrede. Mit dem Gedicht, in das er die Gladbacher Stadtteile verwoben hatte, wird er wohl noch länger in Erinnerung bleiben. Ohne Zugabe kam er nicht von der Bühne.
Mit Spielmannszug und einem riesigen Aufgebot marschierte der Heinsberger Karnevalsverein ein. Das Solo-Mariechen tanzte mit verblüffender Leichtigkeit über die Bühne. Für die hervorragende Prinzengarde war die Bühnendecke zu niedrig. Bei den Hebefiguren verschwanden die Tänzerinnen fast in der Dekoration.
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