Mönchengladbach: Hilfe in der Kinderklinik
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 25.05.2009Mönchengladbach (RPO). Es gibt keine genauen Angaben, wann das ehemals Städtische Krankenhaus Rheydt erstmals Kinder versorgte. Aber es ist davon auszugehen, dass dies bereits 1885 am Standort Heinrich-Pesch-Straße und spätestens nach der Erweiterung 1906 der Fall war.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde eine Kinderklinik in der Villa Junkers eingerichtet, 1958 gliederte man die geburtshilflich-gynäkologische Abteilung der Frauenklinik Rheydt an der Gartenstraße dem Städtischen Krankenhaus an. 1996 war der Neubau der Kinderklinik fertig: Er kostete 12,7 Millionen Mark. Ein Jahr entstand das Sozialpädiatrische Zentrum. Es gibt Überlegungen, in näherer Zukunft ein Mutter-Kind-zentrum zu bauen. Abteilungen Die Kinderklinik hat mehrere Spezialambulanzen: Kinderneurologie, Kinderchirurgie, Kinderkardiologie, Kopfschmerz-ambulanz, Diabetesambulanz, Endokrinologische Ambulanz, Botox-ambulanz, jeweils für Kinder und Jugendliche.
Besonderheiten Die Kinderklinik behandelt Kinder und Jugendliche im Alter von 23 Wochen bis 18 Jahren. Es gibt einen großen Betten-Fuhrpark mit unterschiedlichen Bettentypen. Rund 3000 Eltern werden jährlich aufgenommen, damit sie sich mit um ihre kranken Kinder kümmern können. Für Mütter und Väter müssen Liegen, Duschen, Essen und eigene Aufenthaltsräume vorgehalten werden. Ärzte und Schwestern sind besonders geschult, um den Eltern in dieser schwierigen Situation zur Seite zu stehen.
Kinderklinik in Zahlen
Mitarbeiter Insgesamt rund 180
Ärzte 30, davon 15 Fachärzte
Pflegekräfte 131 Krankenschwestern
Bettenzahl 96
Verweildauer 4,8 Tage (mit den Neugeborenen), 3,1 Tage ohne
Ambulante Operationen Rund 600 pro Jahr
Patienten rund 6300 stationär, rund 15500 ambulant
Spezialisten 2 Psychologen, 1 Kinder- und Jugendpsychiater, 1 Kinderchirurg, dazu besondere Pflegekräfte wie 2 Krankengymnasten, 1 Ergotherapeutin, 2 Sozialarbeiterinnen, 1 Elternberaterin und 1 Stillberaterin
Herausragend Das Elisabeth-Krankenhaus ist Perinatalzentrum mit der höchsten Wertung (Level 1). Von den rund 1700 Babys, die pro Jahr geboren werden, sind mehr als 500, die eine besondere Betreuung und Versorgung benötigen. Deshalb hat die Kinderklinik seit zwei Jahren ein spezielles Team, bestehend aus Ärzten und Schwestern, die sich nur um diese Neugeborenen kümmern. Besondere Erfolge verzeichnet das Krankenhaus bei der Betreuung Frühgeborener. 60 Kinder brachten im Vorjahr bei ihrer Geburt weniger als 1500 Gramm auf die Waage. Das kleinste hatte ein Geburtsgewicht von 500 Gramm.
Schwerpunkte Die Kinderklinik hat eine Kinderneurologie, die auffällige Kinder behandelt: Viele sind in der Entwicklung zurück, andere haben plötzliche Krampfanfälle oder Entzündungen des Gehirns. Drei Kinderneurologen kümmern sich jährlich um rund 2000 kleine Patienten. Ebenfalls immer wichtiger wird die Diabetesambulanz: Die Zahl der Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus Typ I und II nimmt massiv zu. Vier Ärzte, eine Oecotrophologin und eine Ernährungsmedizinerin helfen bei Diagnostik und Therapie. Die Kinderchirurgie und die Behandlung von Kindern und Jugendlichen, die unter Allergien und Asthma leiden, sind ebenfalls Schwerpunkte der Kinderklinik.
Ausrichtung Die Kinderklinik stellt sich auf deutlich mehr Hochrisiko-Geburten ein. Um eine hochqualifizierte Behandlung zu bieten, soll das Spezialistenteam verstärkt werden. Auch bei Diabetes rechnet Chefarzt Prof. Wolfgang Kölfen mit einer weiteren Zunahme, gerade bei besonders jungen Patienten. Dazu wird Adipositas (Fettsucht) immer mehr ein Thema.
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