Mönchengladbach: Hindenburgstraße: Was wird mit 900 Bussen?
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 26.09.2011Mönchengladbach (RP). Haben die Ampel-Fraktionen kein Interesse, sich über den Busverkehr im Fußgängerbereich der Hindenburgstraße Gedanken zu machen? Dies vermutet die CDU und wirft den Koalitionären SPD, FDP und Grünen vor, Alternativen zu ignorieren.
Denn als die Christdemokraten in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Nord den entsprechenden Antrag präsentierten, vertagte die Ampel-Mehrheit das Thema. "Das kann ich nicht verstehen. Der Antrag ist vollkommen ergebnisoffen formuliert, so dass mit einem ,Ja' lediglich ein Auftrag an die Verwaltung erteilt wird, Alternativen zu erarbeiten. Und das vor allem rechtzeitig", wundert sich Hans Wilhelm Reiners, planungspolitischer Sprecher der CDU.
Pflaster ramponiert
Das Problem beschäftigt die Planer bereits seit geraumer Zeit. Denn täglich fahren rund 900 Linienbusse über Mönchengladbachs Haupteinkaufsstraße. Sie ramponieren nicht nur das Pflaster der Straße. Sie verringern auch die Aufenthaltsqualität der Straße.
Wer will es sich schon draußen auf den Stühlen eines Cafés gemütlich machen, wenn direkt vor seiner Nase in kurzen Abständen große Busse vorbeifahren. Weil die Planer nach der Fertigstellung des Einkaufszentrums "Mönchengladbach Arcaden" vor dem sogenannten Sonnenhaus einen neuen Platz gestalten wollen, ist es sinnvoll, zumindest einen Teil der Busse anders fahren zu lassen.
Dieses Ziel strebt auch der Technische Beigeordnete Andreas Wurff an. "Wenn wir das Pflaster auf der Hindenburgstraße retten wollen, müssen wir etwa ein Drittel des Busverkehrs umlenken, der über diese Einkaufsstraße führt. Sonst müssen wir die Hindenburgstraße irgendwann massiv umbauen – und zwar auf Kosten der Stadt", sagte Wurff der RP. Er kann sich zum Beispiel vorstellen, Busse statt über die Hindenburgstraße über die Steinmetzstraße fahren zu lassen.
Eine zumindest teilweise Verlagerung der Linienbusse scheinen viele Bürger zu wünschen. Denn bei einer Befragung der CDU auf der Hindenburgstraße zu diesem Thema ergab sich dieses Ergebnis: 402 Befragte (50 Prozent) befürworten den Status quo, 27 Prozent (221) wollen nur noch wenige Pendelbusse zwischen Bahnhof und Alten Markt. 45 Befragte (6 Prozent) wollen maximal die Hälfte der bisherigen Zahl an Bussen, 134 (17 Prozent) gar keinen Busverkehr mehr.
Die CDU will das Thema frühzeitig angehen, um rechtzeitig auch alternative Transportsysteme zu entwickeln. Bereits in der Ratssitzung am 14. Juli vertagte die Ampel-Mehrheit den christdemokratischen Antrag.
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