Mönchengladbach: Hitze überschattet Turmfest
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 27.06.2010 - 19:02Mönchengladbach (RPO). Zum 33. Turmfest in der Rheydter Innenstadt kamen etwa 50 000 weniger Besucher als in den Vorjahren. Die Einzelhändler registrierten beim verkaufsoffenen Sonntag eine dürftige Bilanz. Gewinner waren dafür die Kinder.
Frankreich hatte gegen Deutschland gerade das 3:0 geschossen. Natürlich nur auf bei der Mini-WM auf dem Marktplatz. Doch den Jubel der vielen Kinder drumherum konnte kein Mensch verstehen. Denn genau in diesem Moment schickten japanische Kampftrommeln ihr martialisches Wummern von der Bühne aus über den Marktplatz. Und übertönte auch die hunderte jubelnden Menschen am Ziel des Citylaufs.
Es war sehr laut beim 33. Rheydter Turmfest, egal in welcher Ecke sich die Besucher gerade vergnügten. Doch weitaus weniger Gäste als in den vergangenen Jahren kamen zum Turmfest. „Wir werden am Ende vielleicht auch 100 000 Besucher an den drei Tagen kommen“, sagte Elmar Eßer von der Markteinggesellschaft Mönchengladbach (MGMG) gestern am frühen Nachmittag. 2009 waren es nach offiziellen Angaben noch rund 150 000 Gäste gewesen. Die endgültige Besucherzahl für dieses Jahr steht noch aus. Der Schuldige: Hitze.
Am Freitagabend feierten rund 1500 Menschen auf dem Marktplatz mit der Oldie-Band Obergärig, nachdem Oberbürgermeister Norbert Bude und Bezirksvorsteher Karl Sasserath das 33. Turmfest eröffnet hatten. Einen Tag später waren es bei der spektakulären Show der Schlagerkapelle „Rex Richter Quartett“ rund 2000 Gäste, die bis zum späten Abend auf dem Marktplatz feierten. „Es war einfach zu heiß für viele Menschen, um zum Turmfest zu kommen“, sagte Elmar Eßer.
Gestern kletterte das Thermometer auf dem Marktplatz auf über 35 Grad. „Trotzdem war die Stimmung sehr gut. Das ist zufriedenstellend“, sagte Eßer.
Für die Einzelhändler in der Rheydter Innenstadt war es ein entsprechend dürftiger verkaufsoffener Sonntag.
Gewinner des Turmfestes, das in Wahrheit ein Sportfest ist, waren dafür die Kinder. Tausende kamen mit ihren Eltern in die Innenstadt und genossen ein Kinderprogramm, wie es in der Stadt selten zu erleben ist. Am Samstag unterhielt der TV-Moderator und Sänger Bernd Klüser mit seinem „Fux“ die vielen Kinder vor der Bühne. RP-Clown Luc machte mit kleinen Zaubertricks weiter, Fohlen Jünter schrieb Autogramme, auf einem Kleinfußballfeld wurde selbst gekickt (eben die Mini-WM), Alternative dazu: die Tischkicker des Jugendheims PE 12. Selbst die Hüpfburg war von Borussia. Der Abenteuerspielplatz und die Aktionen des Kinderschutzbundes hingegen blieben eine Randnotiz.
„Fußball ist eben die Sache hier“, sagte Heindrun Eßer vom Kinderschutzbund. Das war auch schon gestern Morgen zu sehen, als die 70 Oldtimer-Trekker nach ihrer kleinen Fahrt in der Stresemannstraße ankamen. Die meisten von ihnen hatten Deutschland-Fahnen an ihren historischen Schätzchen befestigt. Es war der erste Autokorso des Tages.
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