Mönchengladbach: Höhner sagen Borussia ab
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 16.11.2009 - 22:00Mönchengladbach (RPO). Die Kölner Band verzichtet nach massiven Protesten ihrer Fans dieses Jahr auf einen Auftritt bei Borussias Karnevalssitzung. Die Bläck Fööss sind aber wieder dabei. Schals mit der Raute wird es für sie diesmal nicht geben.
Wie heikel das Thema für alle Beteiligten ist, zeigt sich an dieser eindringlichen Bitte. "Schreiben Sie am besten gar nichts", heißt es aus dem Büro der Bläck Fööss und auch bei Borussia. Die Höhner antworten auf eine entsprechende Anfrage erst gar nicht. Beide Kölner Bands hatten im vergangenen Februar massive Probleme mit ihren Fans bekommen, weil sie sich bei ihrem Auftritt im Kunstwerk Wickrath von der damaligen Karnevalsprinzessin Ilona Borussia-Schals umhängen ließen. "Was danach los war, war einfach nur noch beängstigend", sagt ein Bläck Fööss-Insider. Über Wochen wurde die Band in Internetforen und Briefen aufs Übelste beschimpft. "Widerlich" sei die Geste, "ein Verrat der kölschen Seele" – so lauteten die Stimmen, die zitierfähig sind. Die Mehrzahl war das nicht.
Die Höhner suchten daraufhin das Gespräch mit ihren Fans. "Unter diesen Umständen", sagte damals Musiker Janus Fröhlich, wolle die Band nicht mehr bei Borussias Karnevalssitzung auftreten. Tatsächlich haben die Höhner Borussia gebeten, aus dem bereits für 2010 abgeschlossenen Vertrag wieder aussteigen zu können. "Die Höhner wollen ein Jahr pausieren, damit sich die Wogen wieder glätten können", bestätigte Borussia-Geschäftsführer Stephan Schippers der RP. Im nächsten Jahr wolle man von neuem entscheiden. "Dafür haben wir selbstverständlich Verständnis", so Schippers. Dieses Verständnis dürfte Borussia leichter gefallen sein, da die anderen ebenfalls von fanatischen Anhängern bedrohten Kölner Künstler wie verabredet am 24. Januar zu Borussias achter Karnevalssitzung kommen. Aus dem Umfeld der Bläck Fööss ist zu hören, natürlich fühle man sich dem 1. FC Köln so verbunden wie keinem anderen Verein. Es könne aber nicht sein, dass man in Städten wie Mönchengladbach oder Leverkusen, zu denen fußballerische Rivalität bestehe, nicht mehr auftreten dürfe. Das gehe eindeutig zu weit. Die Sitzung im Wickrather Kunstwerk sei eine gelungene Veranstaltung. Die Bläck Fööss haben nach RP-Informationen auch für 2011 wieder zugesagt.
Der Mönchengladbacher Karnevals-Boss Bernd Gothe freut sich über diese Einstellung – und will mithelfen, den Streit nicht weiter eskalieren zu lassen. "Wenn es für die Kölner Gruppen zu schwierig ist, einen Borussia-Schal überreicht zu bekommen, werden wir darauf gerne verzichten", so Gothe gestern zur RP. Es gebe ja auch noch eine Menge anderer schöner Geschenke, sagt Gothe.
Eins will er vor dem Januar-Termin noch recherchieren: "Bekommen die Kölner zu Hause Ärger, wenn ich ihnen ein Fass Altbier überreiche?"
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