Mönchengladbach: Hör meine Geschichte aus der Stadt
VON GARNET MANECKE - zuletzt aktualisiert: 18.05.2010Mönchengladbach (RPO). Gut 260000 Einwohner hat Mönchengladbach. Wenn alles optimal läuft, erzählen mindestens 100 dieser Menschen im Laufe der nächsten Wochen, Monate und Jahre ihre Geschichte den Radio-Journalisten Britta Heizmann und John McNally. Die nehmen diese rund einstündigen Interviews auf, bereiten sie auf und machen daraus Zeitdokumente von jeweils 30 Minuten. So soll ein Audio-Archiv entstehen, das mit den vielen kleinen, individuellen Geschichten auch die Geschichte der Stadt erzählt. "Studio Hör mich" haben Heizmann und McNally das Projekt genannt, für das schon sieben Bürger aus Mönchengladbach und Korschenbroich ihre Geschichte erzählt haben. Bis Ende Juni sollen 20 Geschichten aufgenommen werden.
In Funk und Fernsehen gibt es zahlreiche Interviews, in denen Prominente aus ihrem Leben erzählen. Aber jeder Mensch hat eine Geschichte zu erzählen, sind Brigitte Heizmann und John McNally überzeugt. Lange Jahre haben sie in Kalifornien für Radiosender gearbeitet und dort Menschen auf der Straße zum Erzählen motiviert. "Dort kommen Menschen gleich mit und erzählen ganz frei über alles mögliche", ist Heizmanns Erfahrung.
Die Idee nach Mönchengladbach zu übertragen, entstand, als das Paar sich in Korschenbroich niederließ. "Am Rande der Ensemblia sprachen die beiden mich an und erzählten von dem Projekt", berichtet Kulturdezernent Dr. Gert Fischer. Die Stadt unterstützt das Projekt, das Stadtarchiv hat bereits Interesse an den Tondokumenten bekundet. Und der lokale Radiosender will vielleicht auch mitmachen.
Fehlen nur noch die Menschen, die aus ihrem Leben erzählen wollen. Die können jung oder alt, männlich oder weiblich sein, in Mönchengladbach und Umgebung geboren und aufgewachsen oder zugewandert sein. "Jeder Mensch, der mitmachen möchte, kann das tun", sagt Heizmann. Sie spricht immer wieder Menschen, die ihr auffallen, an. "Wenn eine Mutter mit ihren Kindern in einer anderen Sprache redet, jemand eine besonders schöne Stimme hat oder mit die Situation auffällt: Das sind die Momente, in denen ich mit den Menschen ins Gespräch komme", sagt Heizmann.
Aufgenommen werden die Tondokumente in einem professionellen Tonstudio. Die Interviewten bekommen in der Vorbereitung Kopfhörer, damit sie ihre eigene Stimme hören. Für die Interviews gibt es keine festen Regeln. Wer will, kann frei erzählen, andere möchten Fragen gestellt bekommen. Sogar einen vorbereiteten Fragekatalogs gibt es. "Den hat aber noch keiner gewünscht", sagt Heizmann.
Jeder Teilnehmer bekommt am Ende eine fertige, professionell geschnittene CD mit dem Interview zur Freigabe. Die Interviews sollen, wenn alles gut läuft, im Radio ausgestrahlt werden. Dreiminütige Kurzfassungen können im Internet auf der Projekt-Homepage www.studiohoermich.de angehört werden.
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