Mönchengladbach: Hoffnung im Römerbrunnen
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 06.02.2009 - 12:52Mönchengladbach (RPO). Angela Meyer hat nur einen Gedanken: Raus aus dem Römerbrunnen. Vor drei Wochen zog sie ahnungslos in ihre marode Wohnung. Die Stadt bemüht sich nun darum, für die 36-Jährige schnell ein neues Zuhause zu finden.
Die Anspannung hat sich ein wenig gelegt, und ab und zu kann Angela Meyer wieder lächeln. Langsam keimt die Hoffnung, dass ihre Situation sich doch noch zum Besseren wenden wird. Aber noch sitzt sie in ihrer maroden Ein-Raum-Wohnung im Römerbrunnen zwischen ihren Kartons. Aber wenn alles gut geht, kann sie die ungastliche Stätte bald verlassen. Denn nicht nur ihr Rechtsanwalt hilft ihr, sondern auch die Verwaltung der Stadt, die durch die RP auf das Schicksal der schwer gehbehinderten 36-jährige Frau aufmerksam geworden war.
Hübsche Musterwohnung
Mitte Januar zog Angela Meyer von der Eifel nach Mönchengladbach. Da sie sich in der Stadt nicht auskannte, vertraute sie der vielversprechenden Werbung der Berliner Grand City, die mit bunten Bildern und großen Versprechungen Mieter in den Römerbrunnen lockt. Die Siedlung an der Giesenkirchener Straße wurde vor einiger Zeit in „Carolina-Park“ umbenannt, und im Haus Nummer 5 richtete der neue Eigentümer hübsche Musterwohnungen ein. Eine davon besichtigte Angela Meyer, und sie glaubte der Zusicherung, sie bekäme eine Wohnung in dieser Art und von dieser Qualität. Statt dessen wurde sie, als sie mit dem Möbelwagen ankam, ins Hochhaus Nummer 16 gesteckt.
Ihre Kartons hat sie gar nicht erst ausgepackt. Sie stapeln sich rund um das Krankenhausbett, das sie braucht, seitdem sie vor 15 Jahren bei einem Autounfall schwer an beiden Beinen und im Rücken verletzt wurde. Ohne Rollator kann sie keinen Schritt gehen. Wenn sie sich in der Wohnung mit Billig-PVC, zugigen Fenstern und einer Küche, die den Namen nicht verdient, umschaut, hat sie nur einen Gedanken: „Ich muss hier raus – so schnell wie möglich.“ Die Chancen stehen nicht schlecht. Am Montag wird sie sich bei der Stadtverwaltung beraten lassen, und ihr wurde schon mitgeteilt, dass sicher eine passende Wohnungen für sie zu finden sein wird. „Hoffentlich kann ich bald umziehen“, sagt Angela Meyer. „Lange halte ich das hier nicht mehr aus.“
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