Mönchengladbach: Horrorszenario für Hauptschulen
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 29.10.2008Mönchengladbach (RPO). Mindestens drei der zwölf Hauptschulen in Mönchengladbach stehen auf der Kippe. Die Schülerzahlen nehmen ab, und immer weniger Eltern wollen ihre Kinder dieser Schulform anvertrauen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert jetzt klare Entscheidungen von den Politikern.
Die Hauptschule und das Gymnasium im Rheindahlener Schulzentrum werden aufgelöst, im Gebäude an der Geusenstraße entsteht eine neue Gesamtschule. Hauptschule und Gymnasium in Giesenkirchen werden geschlossen, im Schulzentrum am Asternweg entsteht eine neue Gesamtschule. Ebenso ergeht es der Hauptschule und der Realschule in Wickrath, und die Hauptschule in Neuwerk wird aufgelöst, um in ihren Räumen die bestehende Gesamtschule zu erweitern.
Das ist die extremste Lösung, diedie Mönchengladbacher Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) entwirft, um die dramatische Situation der Schulen in der Stadt deutlich zu machen. Begründung: „Mit diesem Tabu-Szenario wollen wir erreichen, dass die Stadt ihren Auftrag zur Gestaltung ihrer Schullandschaft endlich ernst nimmt. Sie muss die Voraussetzungen für die Einlösung des Rechtsanspruchs der Eltern auf freie Schulwahl schaffen“, sagt der Vorsitzende des GEW-Stadtverbandes, Reinhold Schiffers.
Vor der letzten Sitzung des Schulausschusses im September hatte Dezernent Dr. Gert Fischer vorgeschlagen, die Hauptschulen in Eicken, Wickrath und Giesenkirchen zu schließen. Denn nur noch 86 Kinder wurden 2008 „freiwillig“ an den Hauptschulen angemeldet. Alle anderen Schüler wechselten nicht mehr auf eigenen Wunsch von der Grund- auf die Hauptschule. Die CDU lehnte diese Idee allerdings ab. „Dabei ist allen Sachkundigen klar, dass jetzt gehandelt werden muss“, sagt Schiffers. Die GEW hält im Übrigen den Vorschlag des Schuldezernenten für zu kurz gedacht. „Dieses Szenario stärkt die verbleibenden zentralen Hauptschulen nur für eine kurze Zeit“, so Schiffers.
Die GEW setzt auf eine pragmatische Lösung. Und die sieht so aus: Die Hauptschule Eicken wird geschlossen. Es wird geprüft, ob eher an der Regentenstraße oder auf dem Gelände und in den Gebäuden der katholischen Hauptschule Stadtmitte eine Gesamtschule errichtet werden kann. Die katholische Hauptschule zieht nach Eicken, damit würde auch die unmittelbare Nachbarschaft zweier Hauptschulen an der Aachener Straße aufgehoben. Darüber hinaus werden die Hauptschulen Dohler- und Dohrer Straße an der Dohler Straße zusammengelegt, die Gesamtschule Mülfort übernimmt dann die freien Räume an der Dohrer Straße. Und es geht noch weiter: Die Hauptschule Wickrath wird mit der Realschule des Stadtbezirks als gemeinsame Schule geführt. Und – last but not least – werden Hauptschule und Gymnasium Rheindahlen aufgelöst. Im Schulzentrum an der Geusenstraße entsteht eine weitere Gesamtschule.
Am Mittwoch, 5. November, lädt die GEW alle Interessierten ein, sich mit dem Thema näher zu befassen (s. Info).
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