Mönchengladbach: Hotel im alten Haus Zoar?
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 20.08.2010 - 11:31Mönchengladbach (RPO). Aus dem seit 2003 weitgehend leerstehenden alten Haus Zoar am Fliescherberg soll ein Kunst-Hotel werden. Investoren und eine Hotel-Kette sind interessiert. Eventuell wird das Backsteingebäude einem Neubau weichen.
Die Planer sprechen von einem „Kulturhügel“. Sie meinen damit die Umgebung des Museums Abteiberg mit Haus Erholung, Hans-Jonas-Park, Münster, Rathaus Abtei und dem altehrwürdigen Stiftisch-Humanistischen Gymnasium. Wenig ansehnlich ist in diesem Ensemble das alte Haus Zoar, ehemals Zentrum der Christuskirchengemeinde. Es gehört seit vielen Jahren der Stadt. Die Entwicklungsgesellschaft vermarktet es, fand aber bislang keinen Käufer. Jetzt deutet viel darauf hin, dass es bald eine neue Nutzung für das rund 2000 Quadratmeter große Gelände gibt: Eine Hotel-Kette hat ein Auge auf Haus Zoar geworfen. Nach RP-Informationen gibt es auch Investoren, die es um- oder neu bauen wollen.
Für den Technischen Beigeordneten Andreas Wurff ist dies eine gute Chance, das gesamte Umfeld zu beleben. „Wir müssen diesen Bereich angehen, damit die Erholung und der Park aufgewertet werden“, sagt er. Das Hotel soll Übernachtung und Kunst verzahnen - so wie es beispielsweise die „art’otels“ machen, die es bereits in mehreren deutschen Städten gibt. Noch unklar ist, ob die alte Fassade zumindest zum Teil erhalten werden kann oder ob ein Neubau entsteht.
Das alte Haus Zoar - das neue steht am Kapuzinerplatz - stammt aus dem Jahr 1874 und war ursprünglich Treffpunkt für die Gemeinde am Fliescherberg. Im Zweiten Weltkrieg wurde es stark zerstört und Anfang der 50er Jahre wieder aufgebaut. Die Stadt übernahm es, als die Gemeinde das neue Haus Zoar baute. Rund 20 Jahre lang war es an die Galerie Löhrl vermietet. Seit Oktober 2003 steht das alte Haus Zoar allerdings weitgehend leer - mit allen negativen Folgen. Gerade in den vergangenen Jahren haben die Vandalismusschäden stark zugenommen.
Doch bevor ein neuer Kaufvertrag unterzeichnet wird und der Bagger anrückt, gibt es noch viele Probleme zu lösen. So ist das Gelände, auf dem das alte Haus Zoar steht, noch sogenannte Gemeinbedarfsfläche. Die Stadt könnte hier ein Schulhaus oder einen Spielplatz bauen - also nur Einrichtungen und Anlagen zur öffentlichen Nutzung. Eine private für ein Hotel oder für Wohnen ist ohne Umwidmung nicht möglich. Hier kommt die Politik ins Spiel, die dieser Veränderung zustimmen muss.
Ihnen könnte die Entscheidung leichter fallen, weil Hans-Jonas-Park und Haus Erholung indirekt auch beim geplanten Einkaufszentrum an der Hindenburgstraße eine Rolle spielen. Denn im Zuge des Neubaus soll der Platz vor dem Sonnenhaus zu einem Treffpunkt für die Bürger werden, der über die dann verkehrsberuhigte Stepgesstraße weiter in den Hans-Jonas-Park führt.
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