Mönchengladbach: "Ich habe jede Sekunde genossen"
zuletzt aktualisiert: 21.02.2012 - 21:00Mönchengladbach (RPO). Das Prinzenpaar erzählt, was es sich beim Zug auf der Hindenburgstraße zurief und was die anrührendsten Momente der Session waren. Außerdem verraten sie, wie ihre Karnevalskarriere weitergeht.
Sie sind vor ein paar Minuten vom Wagen heruntergeklettert. Wie stark hat Sie dieser Zug gepackt?
Hartmut II. Das ist ein absolut unglaubliches Erlebnis. Die Begeisterung der Leute war einfach phänomenal.
Niersia Bärbel Ich habe jede Sekunde genossen. Ich bin noch nie vorher auf einem Wagen im Zug mitgefahren. Ich hatte mir fest vorgenommen, nicht nur zu werfen und zu werfen, sondern möglichst viel von den Menschen mitzubekommen. Und das hat auch geklappt.
Hartmut II. So viele haben unsere Namen gerufen. Ganz viele haben sich erkundigt, ob die Prinzessin wieder gesund ist.
Niersia Bärbel Ja, das war ganz rührend. Als wir die Hindenburgstraße runter gefahren sind, hat Hartmut mich angestoßen und gesagt: Guck Dir diese Masse an.
Der Zug ist der Höhepunkt der Session – aber auch praktisch das Ende. Wie geht es Ihnen damit?
Niersia Bärbel Ich bin schon traurig. Wir wussten natürlich, dass wir nicht immer Prinz und Prinzessin sein werden. Aber es ist natürlich auch gut so. Denn das ist nichts, was man jetzt immer weiter und weiter machen könnte. Das würde über die Kräfte gehen. Irgendwann ist auch mal wieder das ganz normale Leben dran.
Hartmut II. Diese Zeit hat uns unheimlich viel gegeben. Wir sind sehr dankbar dafür. Vieles hatten wir uns vorher überhaupt nicht vorstellen, weil wir ja nicht so die Hardcore-Karnevalisten waren. Aber wir können das jetzt auch wieder loslassen und freuen uns, wenn es dann ein neues Prinzenpaar gibt, dem es dann genau so viel gibt wie uns.
Was waren im Rückblick für Sie die großen Momente, die großen Überraschungen der Session?
Hartmut II. Überraschend war fast alles für uns, weil es so neu war. Eigentlich war jeder einzelne Auftritt wie ein Überraschungsei. Viele Gesellschaften haben ganz tolle Sitzungen gefeiert. Es ist einfach unheimlich eindrucksvoll, in eine volle Halle in Neuwerk, ins Holter Festzelt oder auch in die Rheydter Stadthalle einzuziehen.
Niersia Bärbel Aber die Sachen, die uns wirklich angerührt haben, waren oft nicht die spektakulären, sondern die kleinen. Wie der Kirchenchor St. Josef ein Lied für uns umgedichtet hat. Der Besuch im Krankenhaus, der nicht nur fröhlich war. Die Blindensitzung. Die Begegnungen mit Senioren, die uns besonders wichtig waren.
Haben Sie jetzt die Zeit, ein paar Tage die Füße hochzulegen, runterzukommen?
Hartmut II. Gestresst fühlen wir uns gar nicht. Vielleicht sind wir jetzt noch so voller Adrenalin, dass wir gar nicht das Gefühl haben, uns ausruhen zu müssen.
Niersia Bärbel Ich freue mich schon, auch mal wieder einen Abend zu Hause zu sein. Jetzt mal ein Wochenende gar nicht wegzugehen – das ist ein richtiger Luxus. Und es ist natürlich eine Menge liegen geblieben. Das sind noch ein paar Lampen, die wir schon länger aufheben wollten...
Und wie karnevalistisch bleiben Sie beide jetzt?
Niersia Bärbel Das lassen wir erst mal alles sacken. Jeder von uns ist Mitglied in einer der beiden Garden geworden.
Hartmut II. Wir werden ganz bestimmt einige Sitzungen besuchen. Ich will auf jeden Fall zu den Leckeren Jecken.
Niersia Bärbel Und wir werden einen neuen Kleiderschrank brauchen – für die ganzen Karnevalskostüme, die jetzt dazu kommen.
Und beim Zug im nächsten Jahr...
Niersia Bärbel Sind wir wieder auf einem Wagen dabei.
Hartmut II. Selbstverständlich!
Ralf Jüngermann führte das Gespräch nach dem Zug.
Alles zum Veilchendienstag lesen Sie in unserem Special.
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