Mönchengladbach: IHK: Lage gut, Zukunft ungewiss
VON THORSTEN BREITKOPF - zuletzt aktualisiert: 07.02.2012Mönchengladbach (RP). Trotz schlechter Nachrichten von den Staatsfinanzen in der Eurozone bleibt die Wirtschaft in Mönchengladbach überwiegend optimistisch. Der IHK-Konjunkturbericht zeigt, dass mehr als jedes dritte Unternehmen die Lage gut einschätzt. Allerdings sind die Erwartungen zurückgegangen.
Die Geschäftslage der Unternehmen in der Stadt Mönchengladbach ist weiterhin gut und liegt in etwa auf dem Niveau der Vorumfrage aus dem Spätsommer 2011. Das ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK). So melden konstant 35 Prozent der Unternehmen in Mönchengladbach eine gute Lage. Der Anteil von Unternehmen in einer schlechten Lage ist leicht angestiegen und beträgt nun 16 nach zuvor 13 Prozent. Dagegen mussten die Mönchengladbacher Betriebe ihre Erwartungen für das Jahr 2012 nach unten korrigieren. Zwar sank der Anteil der Unternehmen, die eine bessere Geschäftslage erwarten, nur geringfügig von 33 auf 30 Prozent.
Der Anteil der Betriebe, die eine Verschlechterung ihrer Geschäfte erwarten, stieg dagegen deutlich von 12 auf 24 Prozent an. Der IHK-Geschäftsklimaindex, der Lage und Erwartungen zusammenfasst, nimmt mit 112,9 Punkten einen Wert über dem neutralen Niveau von 100 Punkten an. Damit liegt der Indexwert deutlich unter dem Wert der Vorumfrage (121 Punkte).
Dies liegt an der weniger optimistischen Erwartungshaltung im Vergleich zur Konjunkturumfrage im Spätsommer 2011. Verglichen mit der Gesamtregion Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein (120,1 Punkte) liegt der IHK-Geschäftsklimaindex für Mönchengladbach unterhalb dieses Niveaus. Konjunkturspitzenreiter in der Stadt Mönchengladbach ist mit deutlichem Abstand die Dienstleistungsbranche mit 139 Punkten. Dahinter rangieren nahezu gleichauf der Großhandel und die Industrie (mit je 103 Punkten).
An der gemeinsamen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein haben sich 850 Unternehmen mit 85 000 Beschäftigten beteiligt. "Die Wirtschaft trotzt bislang den Risiken und koppelt sich derzeit noch von der teils rezessiven Entwicklung in der Euro-Zone ab", sagte Dieter Porschen, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, zum Ergebnis der Umfrage. "Trotz der Turbulenzen auf den Finanzmärkten ist dies keine Überraschung", so Porschen. So sei die Nachfrage nach Investitionsgütern weiter gestiegen. Nicht nur die regionale Wirtschaft habe ihre Kapazitäten ausgebaut. Die in den ersten drei Quartalen dynamische Nachfrage aus dem Ausland hätte auch der hiesigen Industrie viele neue Aufträge gebracht.
Das Boomjahr 2011 hat zu Schwierigkeiten bei der Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter geführt. "Jeder dritte Betrieb in der Region berichtet derzeit über Schwierigkeiten, genügend Fachkräfte zu finden", sagte Udo Siepmann, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf. Allerdings hätten in den vorhergegangenen Boomphasen sogar mehr als die Hälfte der Firmen von Schwierigkeiten bei der Personalsuche berichtet.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







